Erdogan raus aus Afrîn

Erdogan – Terrorist!

"Erdogan – Terrorist! …" – so lautete die oft skandierte Parole dieser Demonstration, die ganz überwiegend von KurdInnen gebildet wurde.  Die Demonstration war eine von vier Aktionen, zu denen NAV-DEM, ein bundesweit tätiger kurdisch-deutscher Verein, in unserer Region auch in Leer (31.1.), Cloppenburg (1.2.) und Wilhelmhaven (2.2.) aufgerufen hatte. (Aufruf nachzulesen bei der OL-Rundschau).

Angesprochen und scharf kritisiert wurden auch die Waffenexporte aus Deutschland an die Türkei, z.B. von Leopard-Panzern oder Gewehren der Firma Heckler & Koch.
Eine Beteiligung von Menschen außerhalb der kurdischen Gemeinde an der Demo war kaum wahrzunehmen. Keine Partei, keine Gewerkschaft beteiligte sich sichtbar an der Solidaritätsdemo – dabei waren es gerade die Kurdinnen und Kurden der in Syrien gebildeten Selbstverteidigungskräfte, die sich dem Morden von IS und Konsorten an vielen Orten entgegenstellten und ein Ende machten. Dieses Schweigen ist nicht nachvollziehbar. 

 

Ein Glanzlicht bildeten hingegen die TeilnehmerInnen der zur gleichen Zeit stattfinden Klima-Kundgebung, die sich am Julius-Mosen-Platz spontan dem kurdischen Demonstrationszug anschlossen.

Für die Teilnahme von SchülerInnen an den Demonstrationen innerhalb der Woche gab es zudem ein Infoblatt für die Schulen.

Krieg gegen die Zivilbevölkerung

Ein Ziel der DemonstratInnen war deutlich zu machen, dass die türkischen Truppen – wie auch die Luftangriffe von syrischen und russischen Kampfflugzeugen – keineswegs Aktionen gegen isolierte 'Terroristen' ausführen, sondern einen Flächenkrieg gegen die ganze Bevölkerung.

Unabhängige Berichte über die Kriegshandlungen in Nord-Syrien sind schwer zu finden. Wer sich einen kleinen Eindruck verschaffen will, mag vielleicht im "Newsticker zu den Angriffen auf Efrîn" weiterlesen. Dort finden sich auch Berichte der kurdischen "Frauenverteidigungseinheiten YPJ".

Angriffsziel: Demokratische Selbstverwaltung in Kurdistan

Die geringe Beteiligung von emanzipierten und fortschrittlichen Menschen aus Oldenburg an der Demo war um so enttäuschender als die laufenden Angriffe des türkischen Regimes auf den Norden Syriens gezielt dem dort geschaffenen basisdemokratischen und auf Geschlechtergleichheit zielenden politischen Selbstverwaltungsprojekt gelten. 
Wieweit es den Demo-OrganisatorInnen im Vorfeld gelang, die Demo vom Samstag in den in Oldenburg aktiven Gruppen, Initiativen und Organisationen wirklich bekannt zu machen und ihren Aufruf breit zu streuen, ist dem Verfasser dieses Beitrags nicht bekannt. Er selbst hatte eher zufällig davon erfahren.

 

Solidarität gegen den Angriff der Erdogan-Türkei überfällig

Auftakt und Abschluss fand die bunte und laute Demonstration mit Gesängen und einigen Redebeiträgen auf dem Bahnhofsvorplatz.

Wie notwendig und dringend die internationale Solidarität mit dem Widerstand gegen die türkische Armee ist, wird an den Nachrichten über die Kämpfe in Nord-Syrien deutlich. Wie dankbar unsere Beteiligung an der Demo aufgenommen wurde, zeigten uns zahlreiche Gespräche mit KurdInnen aus Syrien und dem Irak während der Demo.

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