Demo zu Fuß und mit Treckern – Nachlese

Samba-Rhythmus und Traktoren? Wie passt das zusammen?

Ist diese bunte Karawane etwa ein geschickter Werbe-Feldzug für brasilianisches Futter in oldenburgischen Trögen?

Aber nein, im Gegenteil. Wer die ersten Schilder der etwa 1000 Teilnehmer und 25 Trecker betrachtet, erkennt schnell, die Samba ist nur Futter für die Ohren, nur Ausdruck einer leisen, nein, einer lauter werdenden Hoffnung auf Veränderung. Denn das, was da auf Fahnen und Transparenten steht und was die 10 Redner zu Beginn und zum Ende der Demonstration vortragen, ist alles andere als ein Grund zur Fröhlichkeit: zu beklagen sind die Ausbeutung von Mensch und Tier, Höfesterben und Artenschwund, die Zerstörung von Natur- und Kulturraum, Klimawandel, alles in allem ein viel zu hoher Preis für die billige Massenware der Agrarindustrie.

Eingeladen hat das Agrar-Bündnis Niedersachsen, organisiert haben innerhalb von nur drei Monaten Gunda Bruns und Ottmar Ilchmann, der auch moderiert, von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL e.V.) sowie Canan Barski vom ökumenischen Zentrum Oldenburg (ÖZO).

Als erster ein Milchbauer

Ottmar Ilchmann mit Peter Habbena (re.)

Den Auftakt macht Peter Habbena, Landwirt aus der Krummhörn in Ostfriesland, und Landesvorsitzender des Bundesverbandes deutscher Milchviehhalter (BDM e.V.).
„Aus dem gegenseitigen Ausspielen bin ich raus“, so Habbena schon ziemlich zu Anfang seiner Rede. Eine Haltung, die sich wie ein dicker, roter Faden durch alle noch folgenden Beiträge ziehen wird. „Es ist bequem, zu sagen, die anderen müssen. Es ist Zeit, sich an die eigenen Nase zu fassen und zu sagen: ich kann. Ich kann Fruchtfolge, ich kann Weidehaltung“ und fordert seine Berufskollegen auf, das Heft des Handelns wieder in die eigenen Hand zu nehmen, das Mantra „Betrieb vergrößern“ hinter sich zu lassen und zu überlegen, was wirkliche Nachhaltigkeit ist: „Sich seiner Region bewusst sein, Kreislaufdenken, das achten, was uns gegeben ist, Tier, Boden, Natur als Quelle. Nicht Rohstoffe, Lebensmittel stellen wir her“. Mit den Worten „jeder hört zu um zu antworten, keiner hört zu um zu verstehen“ wirbt er sehr nachdenklich für mehr Qualität in der Kontroverse. (sein Beitrag bei youtube)

Dann der Naturschutzbund Oldenburg

Rüdiger Wohlers, Geschäftsführer des NABU Oldenburg rät, bei der kommenden Wahl zum Europaparlament gut überlegt das Kreuzchen zu setzen. Er skizziert ausführlich die problematische Lage der gegenwärtigen Landwirtschaft, das Höfesterben und das Anwachsen der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten in zunehmend ausgeräumten Landschaften, die negative Auswirkung auf Mensch, Natur und das Klima. „Boden ist Lebensgrundlage, aber niemals Spekulationsobjekt“, so Wohlers. Er plädiert dafür, die Steuergelder nicht nach dem Gießkannenprinzip als pauschale Flächenprämien zu verteilen, sondern diese gezielt für den Erhalt der Lebensräume und eine daran angepasste Bewirtschaftung einzusetzen. Das Volksbegehren in Bayern stimmt ihn hoffnungsvoll für einen Wandel und die Zukunft unserer Erde, dieser blauen Perle im Universum. (sein Beitrag bei youtube)

BÜNDNIS MUT aus dem Landkreis Oldenburg

Uwe Behrens vertritt das Bündnis MUT, Verein für Menschen, Umwelt, Tiere im Oldenburger Münsterland. Der Name ist Programm, denn dieser Zusammenschluss von Bürgerinitiativen, Landwirten, Umwelt- und Tierschützern beobachtet die Entwicklung der Agrarindustrie im Landkreis Oldenburg sehr kritisch und schafft sich damit sicherlich nicht nur Freunde. „Früher gab es noch Weiden bei uns, aber nach der Aufhebung der flächengebundenen Tierhaltung schossen große Ställe wie Pilze aus dem Boden. Die Zahl der Masthähnchen ist in den letzten 15 Jahren von 2 Mio. auf 6 Mio. gestiegen. Dazu kommen 1,2 Mio. Puten, 2 Mio. Legehennen und 500.000 Schweine. Das sind die Zahlen nur für den Landkreis Oldenburg! Intensivhaltung wirkt auf die Fläche, Weiden und Grünland wurden zu Acker, kleine Flächen zu großen zusammengelegt, Feldränder und Haine verschwanden zusammen mit den Arten, die sie beherbergten. Heute sehen wir fast ausschließlich Mais. Die Pachtpreise stiegen enorm. Für die bäuerliche Landwirtschaft kam der Druck auf die Erzeugerpreise noch dazu. Die riesigen Schlachtbetriebe, die sich ansiedelten, werden mit der Massenproduktion aus den Mega-Ställen beliefert. Nebenbei bescheren diese den Bewohnern des Oldenburger Münsterlandes noch Ammoniak, Keime, Feinstaub und belastetes Grundwasser. Die Großschlachter verbrauchen riesige Mengen an Energie und Frischwasser, der Grundwasserspiegel sinkt. Und nicht zuletzt werden die Arbeitnehmer brutal ausgebeutet.“

Als eine erste Maßnahme, diesem Wahn entgegenzutreten, beschreibt Behrends die Wiederherstellung der Flächenbindung, nämlich dass nur so viele Tiere gehalten werden dürfen, wie Flächen für den Futterbau und den anfallenden Dung vorhanden sind. (sein Beitrag bei youtube)

Wer nun glaubt, schlimmer kann der Schaden, den Agrarindustrie anrichtet, nicht sein, wird mit den beiden nachfolgenden Rednern eines besseren belehrt.

Über den europäischen Tellerrand geschaut

Antje Edler, die Geschäftsführerin des Verbandes Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN), berichtet über die Auswirkungen der Fleischproduktion in der globalen Dimension.

Die Hälfte der Fleischproduktion geht in den Export, 2 von 3 Masthähnchen und jedes 3. Schwein kommen aus Niedersachsen. Ein Grund, stolz auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Fleischindustrie zu sein?

Durch das Auslagern der Beschaffung und der Entsorgung in weit entfernte Gebiete wirken die Schäden der niedersächsischen Agrarindustrie weit über ihre geografischen Grenzen hinaus. Zur Beschaffung zählt der Import der Futtermittel. Ein Großteil kommt, meist genverändert, aus Südamerika. Soja und Mais auf riesigen Flächen, wo einmal Regenwald war. Verdrängt werden die Indigen, die Kleinbauern, die Landbevölkerung. Auf der Seite der Entsorgung sind weniger gefragte Teilstücke zu nennen, wie Ohren, Füße, Flügel. Billiger ist es, diese in den Export zu bringen, Abnehmer sind vor allem Länder des globalen Südens, z.B. in Afrika. Dass dort die Existenz für heimische Anbieter und Erzeuger zerstört wird, wird in Kauf genommen oder gar nicht beachtet. Ähnliches passiert mit Milchpulver.

Wir brauchen die Regionalisierung in Niedersachsen, eine bodenerhaltende Landwirtschaft weltweit und die Wiederherstellung der Ernährungssouveränität“, schließt Edler.

Es ist nicht genug, genug zum Essen zu haben, die selbstbestimmte regionale Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung ist wesentlich. (ihr Beitrag bei youtube)

Sklavenarbeit in Schlachtung und Zerlegung

Guido Grüner von der Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg e.V. (ALSO) lenkt den Blick zurück nach Niedersachsen, genauer noch, in die Schlachthöfe und die dortigen Arbeitsverhältnisse.

Doch zunächst klärt Ilchmann über die Bedeutung der Zusammenarbeit von AbL und ALSO auf, da so ein Kontakt nicht selbstverständlich ist.

Wenn wir Bauern faire Preise für unsere Produkte haben wollen, dann kann es uns doch nicht egal sein, wie die Leute, die unsere Produkte kaufen sollen, das Geld dafür zusammen bekommen.

Die Probleme, mit denen sich Landwirte sowie Arbeitslose und von schlechten Arbeitsverhältnissen Bedrohte auseinandersetzen müssen, kommen aus demselben System.

Grüner entschuldigt sich zunächst für Einkäufe bei Discountern, die wider besseren Wissens unumgänglich sind, wenn das Geld sehr knapp ist. Bei der Bitte um Entschuldigung denkt er besonders an die Arbeitskräfte in den Schlachthöfen. Eindrücklich schildert Grüner den 12-16-stündigen Arbeitsalltag in den Ausstall-, Schlacht- und Zerlegebetrieben. Arbeit bei -18°C, in der Nässe, ohne ausreichende Schutzkleidung, ständiger Druck, Demütigung, Arbeitsunfälle. „Schneller“!

Den Arbeitern aus Rumänien oder Bulgarien mehr deutsche Worte beibringen? Wozu! Wer krank wird, kann nicht gesund werden in den miserablen Unterkünften, wird einfach ersetzt. Die Missstände sind bekannt, unbegreiflich bleibt, dass sich nichts ändert.

„Wir gehen dahin, wo wir die besten Bedingungen für die Schlachtarbeit finden, und das ist die Bundesrepublik“. Das sagt kein Arbeitnehmer, sondern der Chef von Danish Crown, dem weltweit größten Exporteur von Schweinefleisch.

Zu diesen Bedingungen zählt, dass durch Leihbetriebe und kurze Werksarbeitsverträge die Arbeitskraft austauschbar gehalten wird. Es fehlen Kontrollen, Gesetzesverstöße werden nicht verfolgt, ein ungeheuerliches gemeinsames Wegsehen von Politik, Regierungen und Behörden. Der Umgang mit denjenigen, die dann kündigen, aber Arbeit beim nächsten Ausbeuter, ja Ausbeuter, oder sollte man sagen Sklavenhändler? annehmen sollen, setzt der Misere die Krone auf. Übertrieben? Hören Sie Guido Grüner. (sein Beitrag bei youtube)

ESSEN IST POLITISCH

Essen ist politisch.
Billigfleisch – wir haben es satt.
Bauerhöfe statt Agrarindustrie – keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern.
 
Diese Worte auf großen Transparenten – und in so großen Lettern, dass auch „kurzsichtige“, in Wahlperioden Denkende sie erkennen können – fassen die Erkenntnisse zusammen und werden nun an der Spitze der Demonstrierenden durch Oldenburg bis zum Schlossplatz getragen.

OLDENBURGER WACHT AUF!

Peter Kossen, ehemaliger Prälat von Vechta, jetzt Pfarrer in Lengerich, ruft denen zu, die meinen, es ginge sie vielleicht nichts an:

„Oldenburger wacht auf! Ein Weiter-wie-bisher darf es nicht geben. Unserer Lebensgrundlagen werden unwiderruflich verschlissen, Mensch und Natur ausgepresst zum Profit weniger, zum Schaden aller. Oldenburger wacht auf!“

Was auf politischer Bühne mit Worten wie „Flexibilisierung“ daherkommt, ist in der Realität Lohndumping und das Absenken von Sozialstandards. Die Selbstverpflichtung der Fleischindustrie hat nichts verändert, sondern ihr nur Luft verschafft, weiter zu machen wie bisher.

Rechtsfreie Parallelwelten tun sich auf in Oldenburgs Nachbarschaft, wo Arbeitsmigranten aus Süd- und Südosteuropa moderne Sklaverei erleben. Schwere Arbeitsausbeutung hat hier System und weitet sich aus auf andere Branchen, in der Metallindustrie, in der Logistikbranche, auf dem Bau. Mit Leiharbeit und Werksverträgen entledigen sich Industrieunternehmen ihrer Verantwortung und liefern Menschen dem Sumpf krimineller Subunternehmer aus.

Das EU-Aufenthaltsrecht, das besagt, dass nur ein Mensch in Arbeit ein Recht auf Aufenthalt und Sozialleistungen hat, spielt ihnen in die Hände. Es zwingt dazu, notfalls ausbeuterische Arbeit anzunehmen. Die Profiteure des Systems lehnen sich zurück, aber: „Wer mit Kriminellen Geschäfte macht, ist selbst kriminell. Wer mit der Mafia Geschäfte macht, ist selbst Mafia“, stellt Kossen klar.

Veränderung ist notwendig, die mit der Wertschätzung und Achtung gegenüber Mensch und Natur einhergeht. Gerechte Löhne, zurück zur Stammbelegschaft, begrenzte Leiharbeit durch gut geführte Unternehmen, Schaffung einer Arbeitskontrollbehörde, die Recht und Gesetz auch jenseits der Hygieneschleuse durchsetzt.
(Mehr zum gesellschaftlichen Ausmaß moderner Sklaverei in Deutschland im Video).

Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND)

Wiebke Fischer vom Landesvorstand des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) findet im desolaten Zustand von Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion kleine Lichtblicke:
es sind die Menschen, die sich auf ihrem Hof, in ihrer Gärtnerei um eine nachhaltige Arbeitsweise bemühen. Es sind die Menschen, die den Bezug zum Erhalt unserer Lebenswelt erkennen und einen fairen Preis für Lebensmittel bezahlen. Es sind diejenigen, die sich engagieren in den Ernährungsräten und für den Klimaschutz mit FridaysForFuture.

Im Großen und Ganzen aber läuft vieles schief. Boden wird im System der Gewinnmaximierung wie der „letzte Dreck“ behandelt, dabei ist er doch Träger unseres Lebens, wertvoller Speicher und Puffer in Zeiten des Klimawandels. Die bäuerliche, ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft braucht Fläche, wie aber soll sie die Konkurrenz zur Agrarindustrie stemmen? Daher brauchen wir einen langfristig festen Rahmen von Seiten der Politik mit der Verlässlichkeit, die für den Aufbau und Erhalt fruchtbarer Böden mit weiter Fruchtfolge und ausgewogener Düngung erforderlich ist. Eine Struktur für nachhaltigen Konsum muss ermöglicht werden. (ihr Beitrag bei youtube)

FridaysForFuture

Milena Helberg von FridaysForFuture fasst das gemeinsame Anliegen aller auf dem Platz Versammelten zusammen:

"Wir stehen hier, weil wir Gerechtigkeit fordern“.

Leider gibt es immer noch zu viele Menschen, die bei Billigfleisch und Klimawandel keinen Zusammenhang sehen.
„Ein Kilo Fleisch für nur 1,99€, 3 Burger für den Preis von einem, für nur 1€! Sie hinterfragen nicht, wie das möglich ist. Und deshalb stehen wir hier“, so Helberg.
Menschen, die unbekümmert den Billigangeboten hinterherjagen, machen sich in ihrer Ahnungslosigkeit mitschuldig an schlechter Tierhaltung, unmenschlichen Arbeitsverhältnissen, an der Verdrängung der bäuerlichen Landwirtschaft, und  sie befeuern den Klimawandel.

Der Anstieg der treibhauswirksamen Gase stammt in Deutschland zum großen Teil aus der intensiven Landwirtschaft. Methan aus der Tierhaltung und Lachgas aus der Stickstoffdüngung sind dabei noch viel treibhauswirksamer als das CO2, dass vor allem durch die weltweiten Transporte emittiert wird. Die Landwirtschaft ist in Deutschland der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Daher steht fest, die für den Klimaschutz notwendigen Veränderungen sind ohne die Landwirtschaft nicht möglich.

Nachhaltig wirtschaftende Landwirte und bewusste Käufer könnten durch Angebot und Nachfrage einfach handeln, aber undurchsichtige, transnationale Verknüpfungen durchkreuzen diesen direkten Weg.

Aber wir können die Zahnräder in diesem komplexen System sein, die der Politik aufzeigen, wo sie handeln MUSS. Wir können die Alternativen leben, die der Schritt in die richtige Richtung sind“, schließt Helberg.

Mit FridaysForFuture fordern Jugendliche die Politik auf, die richtigen Weichen zu stellen und erhalten mit ParentsForFuture, ScientistForFuture und TeachersForFuture zunehmend Unterstützung von Erwachsenen. (ihr Beitrag bei youtube)

NACHHALTIG EINKAUFEN

Einen Einblick in die Nachfrageseite gibt Annette Berndt. Zunächst aber bemüht sie die Zuhörer aufs „Vorwurfskarussell“ der gegenseitigen Schuldzuweisungen und Rechtfertigungen. Wer kennt sie nicht, diese überflüssigen Schlagabtäusche, bei denen man sich nur im Kreise dreht, die Diskussion in der Sache aber keinen cm voranbringt.

Hier aber wird demonstriert, wie es besser geht. „Regional-fair-bio-müllfrei“ lautet die Formel für einen nachhaltigen Einkauf, und Möglichkeiten, diese anzuwenden, bieten Wochenmärkte, Imker, Weltläden, Bäcker, Metzger mit eigener Schlachtung und solidarische Landwirtschaft.

Im Supermarkt sind Zutatenlisten ein Wegweiser, allerdings oft für den Konsumverzicht, oder hat jemand eine Idee, unter welchen Umständen Palmfett etwa nachhaltig sein könnte? Die Herkunft und damit indirekt ein wenig Auskunft über die Transportwege eines Produkts sucht man meistens vergeblich.

Die Forderungen an die Politik sind daher leicht formuliert, nämlich eine Angebotsstruktur zu fördern und auszubauen, die nachhaltigen Einkauf möglich macht. „Wir brauchen Vielfalt in der Region durch viele Erzeuger, Verarbeiter und Händler“ so Berndt, und nicht die wenigen Großen, die hinter dem „Erzeuger-Schuld- Verbraucher-Schuld-Karussell“ die Verantwortung für Ausbeutung von Mensch und Natur von sich schieben. (ihr Beitrag bei youtube)

Wir-haben-es-satt-Demo nun auch in Oldenburg

Zum Abschluss spricht Georg Janßen, der Bundesgeschäftsführer der AbL, u.a. Hauptorganisator der großen Wir-haben-es-satt-Demo in Berlin. Sein Dank gilt den Organisatoren sowie den Mitwirkenden und Teilnehmern, die hier gemeinsam für Gerechtigkeit, für die Wertschätzung von Mensch und Natur, für eine bäuerliche Landwirtschaft eintreten.

Dies ist ein Einsatz für demokratische Strukturen weltweit. Von Oldenburg geht ein Zeichen an die Politik, den hier gezeigten Bürgerwillen anzunehmen und den politischen Rahmen dafür zu setzen. Die Nicht-Landwirte bitte er um Verständnis: „Anforderungen an die Landwirte sind leicht formuliert, aber mit der Umsetzung, den Kosten und den Risiken stehen wir oft allein da.

Doch Janßen ist hoffnungsvoll, dass gemeinsam Veränderungen gelingen. Das zeigen die Beteiligten hier mit ihrer Solidarität, ihren Ideen und nicht zuletzt die junge Generation mit ihrer Kreativität. Und schließlich bringt er die beharrlichen Bauern aus dem Wendland in Erinnerung, die vor 30 Jahren mit ihren Treckern nach Hannover gefahren waren und gemeinsam mit vielen Atomkraftgegnern letztlich Erfolg hatten. (sein Beitrag auf youtube)

Forderungen an die Politik

Naturschützer, Tierschützer, Klimaschützer, Vertreter von Kirche, Eine-Welt-Verbänden und Arbeitslosen-Initiativen demonstrierten im Schulterschluss mit Landwirten, Bäuerinnen und Bauern, und zeigten:

Der Wert und die zentrale Bedeutung einer bäuerlichen Landwirtschaft, und zwar überall auf dem Globus, wo Menschen leben, haben wir längst verstanden. Die gemeinsame Suche nach Lösungen heraus aus dem ausbeuterischen Desaster haben wir längst begonnen und Ansätze aufgezeigt.

Aber die Politik macht nicht wirklich mit, lässt zu viel kapitale Macht walten. Sie ist gefordert, und zwar auf allen Ebenen im Bund, im Land und in den Kommunen:

· wirklichen Arbeitnehmerschutz durchsetzen und Gesetze verbessern
· den Lippenbekenntnissen zum landwirtschaftlichen Familienbetrieb endlich Taten folgen lassen, den Rahmen setzen für gezielte Förderung und faire Preise
· bäuerliche Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz als unseren Wohlstand denken.

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