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Arbeitslosenzentrum Donnerschweer
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NWZ Regional-Redaktion
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Oldenburg,
den 01.12.2009
Richtigstellung
zum Artikel „Im Nordwesten sind weniger Kinder arm“ in der NWZ
von heute
Sehr
geehrte Damen und Herren,
im
o. g. Artikel schreiben Sie, dass die Kinderarmut im Nordwesten
Deutschlands seit 2007 sinkt. Als arm gelten nach Angaben des
Landesamtes für Statistik Kinder unter 15 Jahren, die von HartzIV
leben müssen.
Die
Zahlen selbst werden so von der Bundesagentur für Arbeit
herausgegeben und sind sicherlich korrekt. Aber die Wirklichkeit
dahinter sieht – wie so oft im Bereich Arbeitslosigkeit – anders
aus.
Seit
2007 nämlich sind viele HartzIV-Behörden – allen voran
Wilhelmshaven – dazu übergegangen, Eltern von Kindern, die außer
Kindergeld über eigenes Einkommen verfügen (Unterhalt,
Halbwaisenrente, etc.) zu zwingen, für diese Kinder Wohngeld zu
beantragen. Hierdurch entfällt in vielen Fällen rechnerisch die
Hilfebedürftigkeit der Kinder nach SGB II. Sie sind nicht länger
Mitglied der Bedarfsgemeinschaft und gelten deshalb statistisch nicht
mehr als arm – das Einkommen der Familien bleibt allerdings gleich.
Für
die Familien, denen einmal versprochen wurde, mit HartzIV würden sie
alle Leistungen aus einer Hand bekommen, bedeutet dies zudem die
Abhängigkeit von einer weiteren Behörde mit allen bürokratischen
Hürden, die damit verbunden sind. Zudem sind die Kinder dadurch von
Zuschüssen der HartzIV-Behörden z. B. zu mehrtägigen
Klassenfahrten ausgeschlossen – oder müssen extra für diese Zeit
einen neuen Antrag auf HartzIV-Leistungen stellen.
Die
Oldenburger ARGE z. B. führt deshalb die betroffenen Kinder trotz
Wohngeld weiter in den Bedarfsgemeinschaften, um diesen
bürokratischen Hürdenlauf zu umgehen. Wie es andere
HartzIV-Behörden handhaben, weiß man nicht. Der Anteil der armen
Kinder in Wilhelmshaven war durch diese „Schieberei“ Ende 2007
auf 22,7 % gesunken. Ob er trotz dieser „Schieberei“ aktuell
wieder auf 31 % angestiegen ist, oder weil die HartzIV-Behörde es
handhabt wie in Oldenburg, wissen wir nicht.
Der
Skandal besteht nicht nur in der Behandlung der betroffenen Familien.
Darüberhinaus werden so auch noch aussagefähige wissenschaftliche
Analysen über die Entwicklung von Kinderarmut verhindert.
Mit
freundlichen Grüßen,
für
die ALSO: Michael Bättig
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