Symposium: ALSO goes WISSENSCHAFT
Wie Erwerbslosigkeit die Gesellschaft verändert
Die ALSO, eine der ältesten unabhängigen Erwerbsloseninitiativen
in Deutschland, wird in diesem Jahr 25 Jahre alt.
Seit 1982 bieten wir eine unabhängige und kostenlose Sozialberatung
für Erwerbslose und Menschen mit geringen Einkommen an.
Wir mischen uns in die Kommunalpolitik und in die gesellschaftlichen
Auseinandersetzungen um Arbeit, Existenzsicherung und Sozialstaat
ein.
Zusammen mit der Kooperationsstelle Hochschule-Gewerkschaften
und dem Professor für Didaktik der politischen Bildung,
Prof. Dr. Dirk Lange, laden wir zu diesem Symposium ein, das
sich mit der Frage auseinandersetzen soll "Wie Erwerbslosigkeit
die Gesellschaft verändert".
Dabei soll es nicht nur um die Umstrukturierung der Sozialsysteme
in den letzten Jahrzehnten mit ihren finanziellen und sozialen
Auswirkungen gehen, sondern auch um Veränderungen der demokratischen
Kultur, des Gerechtigkeitsbegriffs, der Auffassung von Menschenwürde
und gesellschaftlicher Teilhabe, der Transparenz von Verwaltungs-
und Gerichtsentscheidungen.
Die Frage, wie Erwerbslosigkeit die Gesellschaft verändert,
muss nicht nur negativ beantwortet werden. Mehr als zwanzig
Jahre Massenerwerbslosigkeit auf der ganzen Welt zeigen, dass
ausreichend gesellschaftlicher Reichtum für alle Menschen
auf der Welt mit immer weniger menschlicher Arbeitskraft geschaffen
werden kann. So heben Erwerbsloseninitiativen immer wieder die
drängenden Fragen einer vernünftigen Organisation
und Verteilung von Arbeit und Einkommen auf die Tagesordnung.
Und damit ist gleichzeitig die Frage nach Perspektiven und Utopien
gestellt.
Dass eine Erwerbsloseninitiative ihr 25-jähriges Bestehen
zum Anlass für ein wissenschaftliches Symposium nimmt,
liegt in unserer Hoffnung begründet, die Wissenschaft könne
ihre gesellschaftliche Verantwortung für "die soziale
Frage" noch engagierter wahrnehmen. So soll das Symposium
auch dazu dienen, Kontakte zu knüpfen und eine längerfristige
Zusammenarbeit zwischen sozialen Initiativen und wissenschaftlicher
Forschung und Lehre (neu) zu beleben.
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