Wohnung dringend gesucht

Es tropft von der Decke – Unterkunft in Vechta

Seit gut einem Monat machen wir seitens der ALSO im Landkreis Vechta eine Aktion gegen menschenverachtende Wohnverhältnisse.

Anlass ist eine Unterkunft für über 40 rumänische KollegInnen mitten in Vechta, wo es in die Zimmer reinregnet, das Wasser teils die Wand herunterläuft oder/und von der Decke tropft, kein Strom in den 17-qm-Zimmern (inkl. Nasszelle) ist, diese Zimmer teils total verschimmelt sind und für diese Zimmer dann auch noch 500 € oder mehr kassiert wird. (ausführliche Beiträge dazu seit Wochen in der Oldenburgischen Volkszeitung)

Der Fleischindustrie geht es gut

Die Stromversorgung einiger Zimmer erfolgte über selbst verlegte Verlängerungskabel aus der Küche. Sie lagen teils in den Wasserlachen, die das von der Decke herab tropfende Wasser bildete.

Bei den Wohnverhältnissen von in der Fleischindustrie Beschäftigten ist heute jedoch noch gar nichts in Ordnung – entgegen den Verlautbarungen von dieser Seite.

Mehrfachstecker in der Küche als Stromquelle für die ZimmerDie Zimmer dieses Beispiels zeigen unter welch üblen Bedingungen diejenigen leben, die in der Fleischproduktion arbeiten. Hier waren es vor allem Kolleginnen eines Ein- und Ausstallungsbetriebes (wobei dieser jedoch nicht der Vermieter war). Das nun veröffentlichte Beispiel ist keine Ausnahme. Wir kennen mehr solcher Unterkünfte, können diese aber kaum veröffentlichen, da dann immer die Frage offen ist, wo kommen die Menschen unter, wenn die Behörden diese Unterkünfte schließen (was jedenfalls gerechtfertigt ist).

Zudem suchen wir derzeit dringend eine Wohnung für zwei rumänische Kolleginnen, die aus dieser Unterkunft raus müssen und für die es bisher noch keine Perspektive auf eine Dauerwohnung gibt (am besten in Vechta oder Oldenburg).

Unterstützungsaufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wahrscheinlich habt Ihr aus der Presse erfahren, dass derzeit 48 Kolleginnen und Kollegen bedroht sind, in Vechta ihre Bleibe zu verlieren. Als osteuropäische Leih- und Werksvertragsarbeiterinnen und -arbeiter würden sie auf der nackten Straße landen.

Zwei Hilfsaufrufe der Stadt Vechta haben bisher kein Ergebnis gehabt. Die Lage der Betroffenen ist nach wie vor akut. Daher unsere Bitte: Wenn Ihr über geeigneten Wohnraum vor Ort in Vechta verfügt, bitte nehmt diese ausgenutzten Kolleginnen und Kollegen auf! Sicher werden sie Ihnen reguläre Mietzahlungen leisten können.

Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen wurden Opfer von Mietwucher und müssen in heruntergekommenen, gesundheitsschädigenden und bautechnisch gefährlichen Wohnungen hausen. Diese Wohnungen werden nun sehr wahrscheinlich bald vom Gesundheitsamt und der Baubehörde vollständig geschlossen (Teile davon wurden schon gesperrt, so dass die Betroffenen in andere Teile derselben Bruchbuden verlegt wurden).

Dieser skandalöse Fall wurde nur publik, da die Betroffenen sich geöffnet und über ihr Leid berichtet haben. Wenn sie nun ihrem Schicksal überlassen werden sollten, hätte dies eine Auswirkung auf die gesamte ArbeitnehmerInnenschaft in der Umgebung. Es wäre die (falsche) Botschaft: Wer gegen Ausbeutung aufbegehrt, wird abgestraft.

Wenn wir ihnen eine bessere Bleibe vermitteln, wäre das wäre somit nicht nur ein großes Signal der Solidarität und Mitmenschlichkeit unter Kolleginnen und Kollegen. Es würde unseren gewerkschaftlichen Kampf für bessere Arbeitsbedingungen insgesamt stärken.

Mit kollegialen Grüßen,

Christian Wechselbaum (Gewerkschaftssekretär NGG)
Katarina Metschke (Rechtssekretärin IG BAU)
DGB-Kreisverband Vechta
DGB-Kreisverband Cloppenburg
DGB-Kreisverband Oldenburg Land
Oliver Barth (Gewerkschaftssekretär DGB Oldenburg-Ostfriesland)

Für Fragen oder die Beratung zur Hilfe steht Oliver Barth gerne zur Verfügung und ist zu erreichen unter

Tel. 0441 21876 15 | Fax 0441 21876 54 | Mobil 0170 6342731 I Mail oliver.barth@dgb.de

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