Treffen der einen oder anderen Art in Hamburg

Am 7. und 8. Juli versammeln sich in Hamburg die Regierungsvertreter_innen der 20 wirtschaftlich und politisch mächtigsten Staaten zum jährlichen G20 Gipfel. Dort wie in Oldenburg treffen wir uns um einer anderen Weltsicht Geltung zu verschaffen. Mehr hierzu auf der Oldenburger no-g20.de-Webseite

Und worum geht es bei dem Hamburger G20-Gipfel?
Mit der Behandlung von Leitthemen wie „Frauen“, „Flucht“ und „Gesundheit“ soll Verantwortungsbewusstsein für drängende Zeitfragen gezeigt werden. Aber zur Lösung dieser Probleme kann kaum beitragen, wer gleichzeitig für die Aufrechterhaltung einer Weltordnung ist, die die Probleme erst herbeigeführt hat.

Denn was erwartet uns nach den Regeln der Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme, die auf dem Gipfel vertreten sind? Der Neoliberalismus sagt, dass wachsende gesellschaftliche Ungleichheit unumgänglich ist. Wenn die schlecht bezahlten Menschen glauben zu wenig zu bekommen, dann sollen sie doch auswandern. Gleichzeitig werden überall Mauern hochgezogen und Grenzen verstärkt, um Bewegung, Flucht und Migration zu unterbinden. Rechtspopulist_innen bieten Nation und Unterordnung statt transnationale Solidarität und Selbstbestimmung.

Fakt ist aber, Neoliberalismus, Klimaveränderung und Kriege vertreiben Menschen aus ihren Heimatgegenden und bedeuten Lager, Folter und Vergewaltigung! Rassismus, Homophobie, religiöser Wahn und gesellschaftliche Ungleichheit nehmen weltweit zu. Und auf dem G20-Gipfel in Hamburg treffen sich Regierungsvertretungen, die daran direkt beteiligt sind: z.B. ein Herr Trump, ein Herr Erdogan, ein Herr Putin und eine Frau Merkel als maßgebliche Architektin der Festung Europa, deren Regierung die umfangreichsten Asylrechtsverschärfungen der letzten Jahrzehnte durchgesetzt hat.

Dagegen meinen wir: Not any nation, but we, the people and the earth, first!

Um zu zeigen, was das bedeutet, haben wir ein Veranstaltungsprogramm zusammengestellt, das in Oldenburg auf den G20-Gipfel vorbereiten soll. Mit Information zu der neuen neoliberalen Vision der Weltordnung, zu den sozialen und globalen Wirkungen des Kohleabbaus und der Energiegewinnung aus Kohle. Über die wesentliche Rolle der Frauenbefreiung und sexuellen Selbstbestimmung für eine gerechte Welt. Über die katastrophalen Wirkungen der Sparpolitik in Griechenland. Über die vielen Leute in Deutschland ohne festen Job, auf Hartz IV, die in Mülleimern nach Verwertbarem suchen und sich bei „Tafeln“ in die Schlange stellen müssen. Und natürlich über die Möglichkeiten einer Vernetzung von unten, die eine neue Gesellschaft ohne Kapitalismus – jenseits aller Grenzen – ermöglichen wird.

Das Treffen in Hamburg ist das Geld nicht wert, das dafür ausgegeben wird.

Aber die Zukunft dieser Welt, ihrer Natur und die Hoffnung darauf, dass es uns einmal gelingen wird, auf ihr friedlich, gleich und ohne Herrschaft leben zu können, sind es wert, aktiv zu werden – in Oldenburg im Vorfeld des Gipfels und in Hamburg, während des Gipfels als laute und störende Gegenstimme. Während sich also die Vertreter_innen der herrschenden Weltordnung in den Messehallen verbarrikadieren und die Regierenden ganz Hamburg in einen militarisierten Ausnahmezustand versetzen, wollen wir auf die Straße gehen. In vielfältigen Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen wollen wir unseren Protest gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Ausdruck bringen, die der Welt des globalisierten Kapitalismus zugrunde liegen.

Zur no-g20.de-Webseite

Erstellt am:

Zurück