Tourismusindustrie

DIE TOURISMUS-INDUSTRIE, VON DER SONNE BESCHIENEN - DRUNTER LEBEN EINIGE IN DEN HÄRTESTEN WINTERN

Ausbeutung in der Ernährungsindustrie begegnet uns in Oldenburg allenthalben. Für Griechenland wird als ein Wachstumsmotor der Tourismus empfohlen und … der Tourismus boomt dort tatsächlich. Zur Lage derer, die den Preis für diesen wirtschaftlichen Erfolg zahlen, berichtet ein Plakat, das auf Kreta einen öffentlichen Briefkasten ziert.

Hier der Text:

DIE TOURISMUS-INDUSTRIE, VON DER SONNE BESCHIENEN

     – DRUNTER LEBEN EINIGE IN DEN HÄRTESTEN WINTERN

Mitte Juni war - kleingedruckt - (in der Presse) die Nachricht vom Tod der 22jährigen Polina aus der Ukraine zu lesen. Sie ist an Überanstrengung gestorben. Sie ist neben ihrer Arbeit an der Rezeption in einer Hotelanlage auf Zakintos gezwungen worden, auch als Zimmermädchen/Putzfrau zu arbeiten. In der Nachricht heißt es weiter, dass das junge als "Auszubildende" angestellte Zimmermädchen die letzten zwei Monate jeden Tag, ohne auch nur einen freien Tag dazwischen, 12 bis 13 Stunden gearbeitet hat. Sie wohnte in einem Anbau in Fertigbauweise - (wahrscheinlich in einer Art Schuppen) auf einer Terrasse des Hotels.

Wie bekannt sind die Angestellten in der Tourismusindustrie gezwungen, in atemberaubenden Schichten zu arbeiten, welche sich als vernichtend erweisen. Jedes Jahr werden in ganz Griechenland viele Arbeitenden, die an Überanstrengung und Erschöpfung zusammenbrechen, in die Krankenhäuser eingeliefert. Aufgrund der Willkür der Arbeitgeber und aufgrund von katastrophalen Mängeln hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen, welche hunderte von Arbeitsunfällen verursachen, viele davon tödlich.

Die Krise des Kapitalismus, die wir erleben, schafft die Voraussetzungen für die immer härtere Ausbeutung der Arbeitnehmer. Weit verbreitet ist in diesem Rahmen in den letzten Jahren besonders in der Tourismusindustrie, daß das, was als "Ausbildung von arbeitslosen Jugendlichen", als "Erwerb von beruflicher Erfahrung", bezeichnet wird, in Wirklichkeit eine moderne Form der Sklaverei ist - (eine Arbeit) ohne freie Tage die ganze Saison hindurch bei einem (Monats)Lohn so um die 300 €.
Man darf sich keine Illusionen darüber machen, dieser konkrete Zustand könnte aufhören oder zurückgenommen werden durch staatliche Kontrollmechanismen oder Sanktionen, solange das politische System diese Ausbeutung gesetzlich regelt.
Darüber hinaus, die politische Führung ist diejenige, welche die Mehrwertsteuer in der Tourismusbranche nicht erhöht hat, damit die Bosse in der Tourismusindustrie nicht "verletzt" werden.

Das Wort muss die Arbeiterklasse selbst ergreifen, diejenigen Menschen, die in den Küchen und Zimmern der Luxushotels abgenutzt und ausgelaugt werden, die, die in heutiger Zeit unter mittelalterlichen Arbeitsbedingungen leben müssen. Der einzige Wall (Machtmittel) gegen die Willkür von Staat und Arbeitgebern ist der Zusammenschluss, die Organisation in Gewerkschaften, die Organisation von Streiks, mit klaren arbeitsrechtlichen Forderungen - und das zusammen mit den arbeitenden Menschen in anderen Branchen.

Antifaschistische Aktion Rethymno

Wer sich auf Kreta in Läden und Restaurants mit den dort Arbeitenden über ihre Arbeitszeiten unterhält, erhält durchweg eine Antwort: 12 bis 14 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, monatelang, quasi die ganze Saison hindurch.

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