Südliche Wesermarsch: Sozialberatung stark gefährdet

RegionalverbundsvertreterInnen stellen sich hinter die Forderung Ihrer MitstreiterInnen des Braker Arbeitslosenzentrums

Der Regionalverbund der Erwerbsloseninitiativen Weser-Ems e.V. unterstützt das Arbeitslosenzentrum Brake (ALZ)

Im Rahmen einer landesweiten Fortbildungsveranstaltung für Erwerbslosenberater/innen in Brake rufen Werner Ahrens und Rainer Timmermann vom Regionalverbund Weser-Ems e.V. zur Unterstützung des Arbeitslosenzentrums Brake auf. Sie erklären gemeinsam mit Henning Otholt, Vorsitzender des Fördervereins des ALZ Brake, dass gilt die Angebote, insbesondere die engagierte Beratung zu stärken statt zu schwächen.

Henning Otholt berichtet:

Im Jahr 2016 haben wir unsere Beratungszeiten mithilfe der Landesförderung um einen ganzen Tag erweitern können. Im Ergebnis konnten 333 Ratsuchende mehr Antworten auf ihre Fragen bekommen als noch in 2015, wo das ALZ immerhin schon 720 Personen mit Rat und Tat zur Seite stehen konnte.

Dies Ergebnis zeigt den hohen Bedarf nach unabhängiger Sozialberatung in der Wesermarsch wie auch den hohen Grad an Verankerung und Akzeptanz, der dieser Einrichtung entgegen gebracht wird.

Landesförderung „on top“

Doch die Stadt Brake kürzt ihre Unterstützung um jährlich 3.000 € seit 2016 was fatal für die Zukunft des Arbeitslosenzentrums Brake ist. Denn wenn der Trägerverein weiter die 2015 hinzu gewonnenen Landesmittel erhalten will, muss er zunächst weiterhin die Grundfinanzierung für Personal-, Gebäude- und Bürokosten aufbringen können, die er vor Landesförderungsbeginn bereits jährlich benötigte. Denn fällt ein Teil dieser zuvor bestehenden „Sockel-Beratungsleistung“ des ALZ weg, weil sie nicht mehr finanziert ist, fällt auch die Landesförderung weg. Wir nennen diesen Mechanismus Landesförderung „on top“.

Im Jahr 2016 hat der Förderverein die Mittelkürzung aus Brake nur mit der zusätzlichen Hilfe vieler spendenbereiter Bürger/innen ausgleichen können, und auch die Landesfördergelder für Brake retten können.

Ahrends, Timmermann und Otholt sind deshalb all jenen Menschen zu tiefst verbunden, die sich den eindringlichen Spendenbitten zum Jahresende nicht versagt hatten. Tief bewegt hat uns hier unter anderem die gemeinschaftliche Spendenbereitschaft der Golzwarder Bürger/innen bei denen wir uns herzlichen bedanken!

Nun fehlen im ALZ Brake für 2017 zusätzliche 2.570 €.

Wir hatten, wie von Bürgermeister Kurz und dem Rat der Stadt Brake bei Kürzung unserer Mittel vorgeschlagen, die Bürgermeister/innen der umliegenden Gemeinden mit Förderanträgen um ihre Hilfe gebeten. Doch wie schon 2016 wurden diese Anträge für 2017 ebenfalls abgelehnt. Allein Bürgermeisterin Fuchs aus Elsfleth hat uns 100,- € aus ihren Verfügungsmitteln zugesagt. Und die Stadt Brake lässt sich bisher nicht von ihrer Position abbringen.

Was droht und wofür stehen wir ein?

Ohne weitere Finanzierungszusagen und zusätzliche öffentliche Unterstützung wird das Arbeitslosenzentrum Brake seinem Sozialberater im Oktober 2017 kündigen und die Sozialberatung für die südliche Wesermarsch (Gemeinden Brake, Berne, Elsfleth, Jade, Lemwerder und Ovelgönne) für 2017 im 4. Quartal einstellen müssen. Mit dieser hier einzig möglichen Einsparmaßnahme verliert der Förderverein des ALZ dann automatisch die Möglichkeit, für 2018 Landesmittel für seine Sozialberatung zu beantragen. Anstatt die mit den Landesmitteln erreichte Stabilisierung unserer wichtigen Hilfeleistung fortzusetzen, wird dem Zentrum das Fundament ihrer Arbeit untergraben.

Daher bitten Regionalverbund und Förderverein Öffentlichkeit und Politik, für den Erhalt der wichtigen Beratungseinrichtung Arbeitslosenzentrum Brake einzustehen und bei der Sicherung der Finanzierung des ALZ zusammenzuwirken.

Gemeinsam statt einsam, sagte uns einst ein Besucher. Und was wäre in diesen Jahren einer immer mehr auseinander driftenden Gesellschaft wichtiger als soziale Ort zu erhalten und auszubauen, von denen es in dieser Republik schon heute viel zu wenige gibt.

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