Stromkosten für die Warmwasserbereitung

Immer wieder vergessen: Der Mehrbedarf für die Warmwasserstromkosten

Seit dem Jahr 2011 gibt es von Jobcenter und Sozialamt für diejenigen, die ihr Wasser mit Elektrogeräten erwärmen (Bad und/oder Küche), einen meist pauschalierten Mehrbedarfszuschlag (siehe auch unseren Info-Flyer). Dieser Zuschlag beträgt für Alleinstehende und Alleinerziehende rund neun Euro je Monat, für Kinder unterschiedlichen Alters etwa zwei bis vier Euro. In der folgenden Tabelle aus den Hinweisen der Bundesagentur für Arbeit zu § 21 Abs. 7 SGB II (diese Hinweise als PDF herunterladen) findet Ihr die genauen Beträge für 2014. 

Tabelle der mehrbedarfszuschläge für die Warmwasserbereitungskosten für 2014
(die in der Tabelle aufgeführten Beträge gelten für 2014)

Jedoch fallen uns in der Beratung immer noch (!) und immer wieder (!) Bescheide auf, wo dieser Zuschlag fehlt, obwohl in der Wohnung dieser Menschen die Warmwasserbereitung nicht über die Zentralheizung erfolgt, sondern mit Elektroboilern und/oder elektrischen Durchlauferhitzern.

Es ist im Regelfall recht einfach, den Mehrbedarf zu bekommen:

      1. Eine Bescheinigung über die elektrische Warmwasserbereitung in Eurer Wohnung vom Vermieter geben lassen.
      2. Die Bescheinigung mit dem Antrag auf Mehrbedarfsbewilligung beim Amt einreichen (einen Musterantrag findet Ihr unten und zum Herunterladen).
      3. Ihr könnt Euch auch den bisher ggf. nicht gezahlten Zuschlag rückwirkend für die Hilfe-Bezugszeiten nachzahlen lassen – allerdings in 2014 nur bis zum 1. 1. 2013 (ab dem 1. 1. 2015 rückwirkend nur bis zum 1. 1. 2014). Ihr müsst das nur beantragen (Musterantrag zum Herunterladen hier).

Ein solcher Antrag könnte ungefähr so aussehen:

(eigene Anschrift)                                                 Oldenburg, den ................

An das Jobcenter Oldenburg
Stau 70
26122 Oldenburg

Nr. der Bedarfsgemeinschaft: 26106 BG ........................

 

Antrag gemäß § 44 SGB X auf Rücknahme rechtswidriger Bescheide über die Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II an meine Bedarfsgemeinschaft für den Zeitraum ........ bis ..........

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich die Überprüfung rechtswidriger Bescheide über die Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II an meine Bedarfsgemeinschaft für den oben genannten Zeitraum.

Begründung:
Bei der Berechnung des Regelbedarfs für meine Bedarfsgemeinschaft haben Sie keinen Mehrbedarf für die Warmwasseraufbereitung mit Strom durch einen Elektroboiler gemäß § 21 Abs. 7 SGB II berücksichtigt. Das ist aber nicht richtig, denn in unserer Wohnung wird das Warmwasser über Extraelektrogeräte in Küche und/oder Bad mit Strom aufbereitet. (Bescheinigung füge ich bei)

Ich beantrage daher die Bewilligung des entsprechenden Mehrbedarfszuschlags für meine Bedarfsgemeinschaft für die Zukunft wie auch rückwirkend für den oben genannten Zeitraum.

Mit freundlichem Gruß,

(Unterschreiben bitte nicht vergessen)

 

Letzte Anmerkung:
Wenn nachgewiesen werden kann, dass der Stromverbrauch für den oben geschildeten 'Warmwasserstrom' höher als die Pauschale ist, sind diese tatsächlichen Kosten monatlich vom Amt zu erstatten (so sieht es das Gesetz z. B. in § 21 Abs. 7 SGB II vor). Kommt bei Fragen oder Hinweisen dazu gern in unsere Beratung.

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