Stoppt den Wahnsinn der Futtermittelimporte!

Stoppt den Wahnsinn der Gentechnik-Soja und Futtermittelimporte!

Für rund eine Stunde legten wir heute mit gut 30 Bauern, Studierenden, Erwerbslosen, Gentechnik-KritirkerInnen, UmweltschutzaktivitstenInnen und kritischen VerbraucherInnen eine Zu- und Ausfahrt zum Braker Hafen still.

Der Braker Hafen ist einer der größten europäischen Umschlagplätze für Futtermittel und versorgt auf diesem Weg die industriellen Massentierhalter mit dem für ihre Produktionsanlagen benötigten Schmiermittel, Futtermitteln aus aller Welt, darunter immer mehr gentechnisch veränderte Pflanzenprodukte, vor allem Soja als dringend benötigter Eiweißspender.

Die Aktion zeigte, dass und wie wir eingreifen können, in eine ökonomische Entwicklung,– die immer mehr Fleisch immer billiger macht,

– die immer mehr Kleinbauern weltweit ihre Existenz raubt,

– die immer mehr Menschen abhängig macht von den Erzeugnissen der Agroindustrie,

– die es erlaubt, Menschen mit immer geringeren Löhnen und Sozialeinkommen abzuspeisen,

– die zu ihrer Aufrechterhaltung immer mehr Billigstarbeitskräfte z. B. in Schlachthöfen braucht und vernutzt,

– die mit ihrer Konzentration, ihren Ausdünstungen, ihrer Gülle Böden, Trinkwasser und Meere verpestet und

– die ganz automatisch zugleich die belebte Kreatur und wie auch Menschen als Arbeitskräfte einer immer effektiveren Maschinerie unterwirft, in der Würde, Tierwohl, Arbeitsschutz und Selbstbestimmung nichts mehr zählen, sondern die mit ihrer Effektivität, Rücksichtslosigkeit und ihren Billigstprodukten nachhaltige Lebensmittelerzeugung und würdiges Leben mit zunehmender Geschwindigkeit verdrängt.

Wir blockierten allein in dieser kurzen Zeit die Zufahrt von rund 35 LKW.

Klar fand die Aktion heute nicht ganz zufällig statt. Erst vor kurzem wurde aus Brake der mit dem Pilzgift Aflatoxin verseuchte, und daher hier nicht mehr verwendbare Weizen zum Verfüttern in die USA ausgeführt und zum zweiten diskutieren Menschen verschiedener Bewegungen zum Ende der kommenden Woche in Wietze über unsere Einschätzungen und weitere Möglichkeiten des Eingreifens insgesamt neuen Workshops. Wir wünschen uns auch für dort eine breite Beteiligung, gute Stimmung und eindrucksvolle Proteste rund um den Rothkötter-Schlachthof, der einmal mit 27.000 stündlich geschlachteten Tieren die größte Hähnchenschlachtanlage Europas werden soll.

Wer noch zur Demo in Wietze mitfahren will, findet hier die Informationen, um sich zum Bus aus unserer Region anzumelden oder mehr Infos zur Anreise nach Wietze auf der "Wir haben es satt-Webseite".

Mehr zur Sojaimportwirtschaft gibt es gut zu lesen bei den Witzenhäuser Agrar-Studierenden und in deren Presseinfo. Für einige der beteiligten kritschen Agrarstudierenden war die Aktion ein kleiner Aufstand und ganz bestimmt erst ein Anfang.

Berichte zu dieser Aktion sind zu finden in der NWZ (kurz und dort auch ausführlich unter dem Titel "Kein Tier braucht Gentechnik"; dazu dort auch ein Filmbeitrag), in der Kreiszeitung, in Bild und recht ausführlichem Filmbericht bei Radio Bremen, beim Informationsdienst Gentechnik, ..., Bericht und Bilder beim NDR,

Im Video des NDR taucht – zumindest im Bild – die Frage der Armutseinkommen und Sozialleistungen sehr deutlich auf – aber letztlich doch eher als Mysterium, warum sich denn die ALSO-Fahne und -transparente in den Braker Hafen 'verirrt' hatten. Nett dazu ein Youtube-Video.

Komplett prima war auch die Versorgung der Beteiligten mit Speis und Trank, so dass wir die Aktion in aller Ruhe und bei einem tollen Imbiss auswerten konnten.

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