Pferde vor der Tafel kotzen sehn...?

Unser Bündnispartner die  AbL hat dazu eine Pressemitteilung herausgegeben, der wir uns vorbehaltlos anschliessen:

Pressemitteilung

AbL gegen Reste-Entsorgung über Bedürftigen-Tafeln, für Mindestlohn und faires Existenzminimimum

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) äußert sich empört über den Vorschlag des CDU-Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer, pferdefleischhaltige Rinder-Produkte über die „Tafeln“ an Bedürftige zu verteilen. Es sage viel aus über das Menschenbild dieses CDU-Politikers, dass er die nach seinem Vorschlag umetikettierten und ggf. sogar Schadstoffe enthaltenden Produkte gezielt diesem Personenkreis anbieten wolle und bewusst nicht anderen Käuferschichten. Zudem werde durch Fischers Positionierung die zu Recht besorgniserregende Intransparenz der verschlungenen und undurchschaubaren Wege der Billig-Inhaltsstoffe vieler Fertiggerichte verharmlost. So wie Bäuerinnen und Bauern faire Erzeugerpreise für ihre Familien und zum Erhalt ihrer Betriebe bräuchten, genau so unterstütze die AbL die berechtigten Forderungen nach einem Mindestlohn und einem menschenwürdigen Existenzminimum, die alle Verbraucher in die Lage versetzen müssten, faire Preise für qualitativ hochwertige Lebensmittel zu zahlen.
22.02.2013

Aus der HAZ ( Hannoversche Allgemeine Zeitung)

Lebensmittel-Skandal
CDU-Politiker will Pferdefleisch an Bedürftige verteilen

21.02.2013 13:54 Uhr

Massenhaft verschwinden Produkte mit nicht deklariertem Pferdefleisch aus den Läden - dabei gelten sie nicht als gesundheitsgefährdend. Sollten sie an Bedürftige verteilt werden, statt im Müll zu landen? Das hat jetzt zumindest der CDU-Bundestagsabgeordnete Hartwig Fischer gefordert.

Göttingen. Aus Sicht des CDU-Parlamentariers Hartwig Fischersollten die Produkte nicht voreilig vernichtet werden. "Es handelt sich bei den in Deutschland gefundenen Artikeln um qualitativ hochwertige und nicht gesundheitsgefährdende Lebensmittel", sagte der CDU-Entwicklungspolitiker am Donnerstag. Die aus dem Verkauf genommenen Produkte sollten daher neu deklariert und Hilfsorganisationen wie den Tafeln zur Verfügung gestellt werden. Bundesweit seien allein rund 1,5 Millionen Menschen auf Lebensmittelspenden der Tafeln angewiesen.

Der Abgeordnete appellierte an die Nahrungsmittelbranche, die Schritte dazu einzuleiten. Aus dem Verkehr gezogen wurden etwa Lasagne, Tortelloni oder Gulasch. Der Bundesverband Deutsche Tafel reagierte zurückhaltend. "Für uns stellt sich die Frage einer Verteilung nicht", sagte eine Sprecherin auf Anfrage in Berlin. Es gebe bei den Bürgern eine Verunsicherung mit Blick auf die Produkte. Die Tafeln würden solche Waren daher auch nicht abnehmen, wenn es bei den Nutzern keine Nachfrage gebe. "Diesen Bedarf scheint es im Moment nicht zu geben."

Klar sei aber auch: "Die Lebensmittelsicherheit in Deutschland muss gewährleistet werden, damit es nicht zu solchen Fällen kommt, dass am Ende vermutlich einwandfreie Lebensmittel im Müll landen."

Rein rechtlich wäre es möglich, Produkte nachträglich korrekt zu etikettieren, erst dann dürften sie in Verkehr gebracht werden. Für eine erweiterte Kennzeichnung, die Bund und Länder als Lehre aus dem Skandal anstreben, will sich die Bundesregierung nun mit Nachdruck einsetzen. "Deutschland und Frankreich sind sich einig: Wir wollen eine Herkunftskennzeichnung - und zwar so bald wie möglich und verpflichtend für alle 27 Staaten der EU", sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). Darüber solle an diesem Montag im Agrarministerrat beraten werden. Bisher muss bei rohem Rindfleisch vermerkt sein, aus welchem Land es stammt, aber nicht bei Fertigprodukten mit Fleisch.

In Zusammenhang mit dem Skandal nahm die Staatsanwaltschaft Rostock Vorermittlungen gegen einen Produzenten aus dem Landkreis Rostock auf. Damit werde geprüft, ob ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegen könnte, sagte Sprecher Holger Schütt. Noch gebe es aber keinen Anfangsverdacht, keine Beschuldigten und keine Geschädigten. Ermittlungen laufen auch bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg in Niedersachsen.

In den vergangenen Tagen waren in Europa immer mehr Produkte mit nicht deklarierten Pferdefleisch-Anteilen entdeckt worden. Geschäfte nahmen Gerichte aus den Regalen, Behörden verschärften Kontrollen. Auch in Rumänien wurden nun mehr als 700 Kilo falsch etikettiertes Fleisch im Lagerraum eines Großhändlers gefunden, wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax am Donnerstag berichtete.

dpa

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