Chaos rund um Oldenburg-Card

Schule fordert Buchleihgebühr von Leistungsbeziehenden

Handschriftlich, jedoch mit Schulstempel, schrieb die Schule auf der von der Schule ausgegebenen Bücherliste einer Schülerin, dass ihre Familie keine Leistungen des Jobcenters bekäme und daher ihre Eltern die Leihgebühr für die Schulbücher dieses Schuljahres von immerhin 56 Euro selbst zahlen müsse.

Von anders lautenden Erklärungen der Schülerin ließ sich die Schule nicht beeindrucken. Auf Vorsprache und Nachfrage beim Jobcenter erfuhr die Mutter, dass sie selbstverständlich weiterhin Leistungen vom Jobcenter bekäme und daher auch Anspruch auf Erlass der Schulbuchleihgebühr hat.

Hintergrund:
Mit dem neuen OLCard-System (deren Darstellung durch die OLStadt siehe hier) haben Schulen als Abrechnungsstelle für Leistungen aus dem "Bildungs- und Teilhabepakets" (z. B. der Kosten für ein- oder mehrtägige Unterrichtsfahrten der Schule) zugriff auf eine Datenbank, die ihnen Auskunft über den Leistungsbezug der Familie ihrer Schüler geben soll. Ob die dort enthaltenen Informationen jedoch zutreffend sind, ist eine andere Frage.

Fazit:

Im Zweifel sollte die Schule den Erklärungen ihrer Schüler folgen. Zudem könnte sich die Schule per Anruf, Mail oder Fax beim Jobcenter die benötigten Infos verschaffen und den Eltern unnötige Sorgen und Lauferei ersparen.

Für Eltern mit Leistungsbezug gibt es keinen Grund die Schulbuch-Leihgebühr zu zahlen, denn deren Erlass steht ihnen zu.

Erstellt am:

Zurück