NGG-Warnstreiks beim "Deutschen Milchkontor"

NGG: Molkereikonzern, Warnstreiks beim Branchenriesen

Die Gewerkschaft Nahrung • Genuss • Gaststätten (NGG) berichtet wie folgt über die Warnstreiks:

"Um ihrer Forderung nach einer fairen Lohnerhöhung Nachdruck zu verleihen, sind die Beschäftigten des Deutschen Milchkontors (DMK) an vielen Standorten für mehrere Stunden in den Warnstreik getreten - weitere Arbeitskampfmaßnahmen sollen folgen. Auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen der Gewerkschaft NGG und dem DMK - Deutschlands größtem Molkereiunternehmen - war Mitte März ohne Ergebnis vertagt worden. Die Forderung der Beschäftigten nach einer Lohnerhöhung von 5,5 Prozent, steigenden Ausbildungsvergütungen und einer Übernahmegarantie nach erfolgreicher Ausbildung hat die Arbeitgeberseite mit dem Angebot einer 2,1 prozentigen Lohnsteigerung beantwortet: Das ist, angesichts immer weiter steigender Anforderungen an die Belegschaft und des wirtschaftlichen Erfolgs des Unternehmens, deutlich zu wenig, finden die Beschäftigten. Mit einer "Warnstreikwelle" zu unterschiedlichen Zeiten und DMK-Standorten wollen sie deshalb den Druck erhöhen. Die dritte Tarifverhandlung findet am 15. April in Zeven (Niedersachsen) statt."

ALSO: Fairer Regelsatz für einen fairen Milchpreis

Faierer Regelsatz für faire MilchFairness muss gelten für die Einkommen in der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zu den NutzerInnen, was heißt alle sollen einen fairen Preis zahlen können.
Die ALSO fordert mit vielen anderen Erwerbslsoengruppen eine drastische Anhebung der Hartz-IV-Sätze auch deutlich über 500 Euro, wovon allein schon 100 Euro für die Ernährung wären. Wir wollen dem miesen Mechanismus ein Ende machen, dass Menschen mit Niedrigsteinkommen und Hunger-Regelsätzen wie denen aus Sozialhilfe und Hartz IV und der daraus resultierenden Nachfrage nach Billigst-Preis-Nahrung letztlich auch die Einkommen von Bauern und Beschäftigten in Lebensmittel-Verarbeitung und -handel unter Druck setzen.

Die Preise und Einkommen müssen wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden:
Das gute Leben ohne Ausgrenzung und Not muss den Maßstab für die Einkommenshöhe abgeben, nicht die Konkurrenzfähigkeit in einem immer radikaleren Wettbewerb auf den Weltmärkten.

Bauern solidarisieren sich mit Streiks der Molkereibeschäftigten

Anlässlich der Warnstreiks der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an zahlreichen Standorten des Molkereikonzerns „Deutsches Milchkontor" (DMK) hat der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) eine Solidaritätsadresse an den NGG-Bundesvorstand und weitere Gliederungen der NGG geschickt. Die AbL erinnerte daran, dass der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) vor einigen Jahren selbst einen bundesweiten Milchstreik für faire Milcherzeugerpreise organisiert und dabei wichtige Solidarität aus Reihen von NGG und von Molkerei-Betriebsräten erfahren habe. „Es geht um faire Bezahlung von Milch und Arbeit", so der AbL-Landesvorsitzende und Milchbauer Ottmar Ilchmann, „und es geht um eine gemeinsame Strategie, die die dafür notwendigen Rahmenbedingungen für Beschäftigte und Milchbauern nachhaltig sichert." Abzulehnen sei eine neoliberale Milchpolitik von Großmolkerei-Managern, die auf riskante und langfristig nicht kostendeckende Massen-Exporte in Drittländer setze und bereit sei, hiesige bewährte soziale und ökologische Qualitäts-Standards einer inakzeptablen Freihandelsideologie zu opfern.

31.03.2015
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft - AbL Landesverband Niedersachsen/Bremen e.V.
Pressesprecher: Eckehard Niemann, Varendorfer Str. 24, 29553 Bienenbüttel
0151-11201634 - eckehard.niemann@freenet.de
Telefonkontakt Ottmar Ilchmann: 0176-45000760

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