Nahrungssouveränität als internationale Aufgabe

Bild des Transparents mit der Aufschrift: defending food sovereignity in times of war * FOOD ist not a weapon * - Free SyriaAushungern ist Kriegshandwerk. 15 Gärten überall in Syrien, dort wo Militär, Heckenschützen und Luftwaffe die auf den Feldern arbeitenden Menschen nicht oder nur schwer erreichen können, also am besten inmitten der Ruinen der zerstörten Städte, entstehen Gärten für die Selbstversorgung der dort ausharrenden Bevölkerung. Denn wer sich nicht unterwerfen will, soll vom Militär ausgehungert werden, wird von der Versorgung mit dem Allernötigsten abgeschnitten. StädterInnen und BäuerInnen legen dort, wo es eben möglich ist, Gärten an. Ein Video zeigte bei dem Treffen in der Böll-Stiftung ein freigeräumtes Gemüsefeld inmitten der städtischen Trümmer, im Hintergrund der Lärm von Granateinschlägen, Gewehrfeuer und über die Stadt fliegender Düsenjäger.

The 15.Garden organisiert in und um Syrien 

  • Austausch und Reproduktion von samenfestem Saatgut,
  • Workshops und Kurse zur Weitergabe von Fähigkeiten nachhaltiger Landwirtschaft und Gärtnerei
  • Verteidigung und Aufbau einer Bewegung für Nahrungssouveränität

und setzt "als zivilgesellschaftliches Netzwerk auf eine andere Entwicklung in Syrien, auf frohe Nachrichten".

Unterstützung finden die NetzwerkerInnen bislang bei (Klein-)Bäuerinnen und -bauern aus der Türkei, aus den La Via Campesina-Zusammenhängen aus Deutschland, Griechenland, Österreich und einigen anderen Ländern, mit denen sie Kenntnisse austauschen und über die sie einiges an dringend benötigtem Material bekommen. Hier zeigt sich, welch wirklich lebendige Bewegung dort besteht.

Bild eines Transparentes mit der Aufschrift: Farmer and Gardeners: Welcome to refugees, no to racism, no to islamophobia … (die Fortsetzung ist verdeckt)Ein per Skype aus dem Libanon dem Treffen bei Böll zugeschalteter Mitstreiter erklärte, dass sie neben der aktuellen Verbesserung der Versorgung der syrischen Bevölkerung sich auch für die Zeit nach dem Krieg vorbereiten. Dann soll es Saatgutkonzernen wie Monsanto oder Syngenta nicht möglich sein, eine Region ohne Versorgungsstrukturen von ihren Produkten abhängig zu machen, wie z. B. in Teilen des Irak geschehen. Er rief zur weltweiten Unterstützung auf, jetzt und in der Zeit nach der Befreiung und freute sich sichtlich über den großen Mobilisierungserfolg zur Demo in Berlin am gleichen Tag. Aus Deutschland machen z. B. erste Schulgärten und Projekte solidarischer Landwirtschaft mit.

Wer unterstützen will, erreicht das Netzwerk unter <15thgarden@riseup.net>. Etwas mehr Infos gibt's dazu bei dem Berliner Projekt Schnittstelle unter dem Titel Dem Hunger begegnen - Nahrungssouveränität in Syrien verteidigen.

 

(Hinweis: Dieser Beitrag zum Austausch bei Böll wird bald fortgesetzt.)

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