Mindestlohn und die fiesen Tricks von Arbeitgebern

*Unten eine Auflistung einiger Umgehungstricks, die von der DGB-Mindestlohn-Hotline geschildert werden. Dort gibt es grundsätzliche Infos zum Mindestlohn (wie auch auf dieser Webseite, dort in einer langen Liste mit Erläuterungen zu einschlägigen Stichworten), individuelle Beratung geben die Einzelgewerkschaften bzw. der DGB-Rechtsschutz. Hier einige der Arbeitgebertricks:

  • Es werden neue Verträge mit reduzierter Arbeitszeit vorgelegt, aber die Arbeit im alten Umfang erwartet. Z.B. ohne Entgelt oder „schwarz" bezahlt.
  • Es werden Zuschläge (Qualitätsprämien, Nachtzuschläge, Sonntagszuschläge, Überstundenzuschläge etc.) und Weihnachts-/Urlaubsgeld mit in den Grundlohn eingerechnet, um auf die 8,50 Euro pro Stunde zu kommen
  • Es werden Warte- und Bereitschaftszeiten plötzlich nicht mehr vergütet (z.B. bei Behindertentransporten oder auch bei Taxifahrern),
  • Es werden Naturalien als „Bezahlung" angeboten wie etwa in Kinos (Eintrittskarten und Popcorngutschein), Bäckereien (Essensgutscheine) Wellness-Centern (Bräunungs- und Solariumgutscheine)
  • Urlaubstage werden auf das gesetzlich vorgeschriebene Minimum (24 Tage) reduziert, um höhere Kosten für Mindestlohn an dieser Stelle wieder „reinzuholen"
  • Arbeitsverhältnisse werden als Praktika oder Volontariate umdeklariert, obwohl es sich nicht um Lernverhältnisse handelt.
  • Es wird von manchen Arbeitgebern schlicht ohne Begründung der Mindestlohn nicht gezahlt oder behauptet, für bestimmte Tätigkeiten, Anstellungsverhältnisse (Minijobs) oder Betriebsgrößen gelte der Mindestlohn nicht.
  • Bei Zeitungszustellern wurden bei der Umstellung von Stücklohn auf Lohn pro Zeitstunde unrealistische Zeitvorgaben gemacht zur Verteilung der Presseerzeugnisse, so dass z.T. bis zu 1/3 der tatsächlich geleisteten Zeit nicht vergütet wird.
  • Es werden Kosten für Dienstkleidung oder Arbeitsmittel (Messer) vom Mindestlohn abgezogen.

    Weitere Infos unter http://www.mindestlohn.de

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