Krimis in der Fleischindustrie

Deckblatt des Krimis Seit Januar 2014 ist nun das Buch „Am zwölften Tag" bekannt und wird sehr eifrig gelesen. Es ist gelungen den Autor Wolfgang Schorlau für mehrere Lesungen und jeweils anschließender Diskussionsrunde zu gewinnen.
Folgende Abende sind reserviert:

  • 8.12.14 Oldenburg - Diskussionsrunde mit Wolfgang Schorlau (Autor), Prälat Peter Kossen, Guido Grüner (ALSO), Daniela Reim (Beratungsstelle mobile Beschäftigte) und Matthias Brümmer (NGG).
  • 9.12.14 Papenburg - Diskussionsrunde mit Wolfgang Schorlau (Autor), Jochen Empen (DGB-Faire Mobilität), Ottmar Ilchmann (ABL), Joachim Timmermann (Schlachthof Sögel) und Kerstin Lanje (Misereor).
  • 10.12.14 Essen/Oldbg. - Diskussionsrunde mit Wolfgang Schorlau (Autor), Detlef Kolde (SPD-Essen), Clemens Große Macke MdL (CDU), Georg Kettmann (Bürgermeister), Steen Sönnichsen (Danish Crown), Mariya Krumova (Beratungsstelle mobile Beschäftigte), Oliver Westphal (Hauptzollamt-Osnabrück) und Matthias Brümmer (NGG).

Die Moderation für alle drei Abende wird Christina Gerlach, Journalistin beim NDR, übernehmen.

Billigfleisch, Entsendung und Fleischmafia - Drei Veranstaltungen am 8., 9. und 10. Dezember in Oldenburg, Papenburg und Essen (i. O.)

Gewerkschafter, Bauern, Beratungsstellen und Erwerbslose laden ein zu drei Veranstaltungen im Nordwesten Niedersachsen, zum lange überfälligen Ende untragbarer Zustände in der Fleischindustrie. Zusammen führt diese Organisationen ihre Kritik an Billigfleisch zum Preis

  • von Massentierhaltung und -elend,
  • fortgesetzt unwürdigsten Lebens- und Ausbeutungsverhältnissen der ArbeiterInnen im System illegaler Werkverträge,
  • der ruinösen Folgen einer am Weltmarkterfolg orientierten Nahrungsmittel-Exportindustrie für
    - die Ernährungssicherheit aller (Nahrung als Spekulationsobjekt),
    - die Gesundheit der gesamten Bevölkerung (z. B. Antibiotika und muliresistente Keime),
    - der Umwelt (z. B. Trinkwasser) und - der regionalen Erzeuger und Kleinbauern weltweit (z. B. Vertreibung vom Land).

Es treibt sie um die Frage: Was ist im Angesicht all dessen zu tun?
Immer noch setzen gewichtige Akteure in dieser Branche, in Verbänden und Politik auf Mitmachen und -profitieren, in der defensiven Variante auf Wegschauen, Wegducken und Schweigen oder üben sich im Schönreden und hoffen auf ein schnelles Vergessen dieses ‚heiklen Themas' in der Öffentlichkeit.
Die VeranstalterInnen wollen da nicht mitgehen und sehen sich darin bestätigt von großen Teilen der Bevölkerung. Es gilt Verantwortung zu übernehmen und einzugreifen. Offen bleibt die Frage „Wie?"
Die drei Lesungs-, Informations- und Diskussionsveranstaltungen sollen an Brennpunkten der Fleischindustrie Stand- und Kritikpunkte klären und Perspektiven für die Entwicklung eines menschenwürdigen und ethisch vertretbaren Erzeugens von Lebensmitteln aufzeigen - so der Wunsch der beteiligten Vertretungen von abhängig Beschäftigen, Bauern und Erwerbslosen.

Sie erwarten eine rege Beteiligung an der Diskussion in den Veranstaltungen. Dazu laden sie ein zu drei Veranstaltungen an drei Orten mit je eigenem Charakter:

Am 8. 12. um 19 Uhr macht in Oldenburg die Veranstaltung in der IBIS-Halle (auch bekannt als Klävemann-Halle, Klavemannstr. 14) den Aufschlag. Zusammen mit dem Autor Wolfgang Schorlau steht die Frage Ist Billigfleisch wirklich billig? - Oder wer zahlt den Preis? am Ausgangspunkt einer Runde, die in Oldenburg von IBIS, der interkulturellen Arbeits- und Beratungsstelle und vom Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) des Ammerlandes maßgeblich unterstützt wird. Es diskutieren im Podium:
• Matthias Brümmer für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
• Guido Grüner für die Arbeitslosenselbsthilfe (ALSO)
• Monsignore Peter Kossen, für das Bischöfliche Offizialat Vechta, der bekannte Mahner aus dem Bereich der katholischen Kirche,
• Daniela Reim als Beraterin der Beratungsstelle für Mobile Beschäftigte aufgrund ihrer vielfältigen Erfahrungen aus der Arbeit mit in der Fleischindustrie Beschäftigten

Christina Gerlach, Journalistin des NDR, moderiert den Abend. Auf eine Beteilung des Oldenburger Arbeitgeberverbandes muss verzichtet werden. Dieser stand auf Anfrage „nicht zur Verfügung", wollte sich auf Nachfrage zu ‚diesem heiklen Thema nicht äußern' und auch keine anderen Ansprechpartner aus ihrem Bereich nennen.

Am 9. 12. findet die Reihe ihre Fortsetzung im emsländischen Papenburg, wo sich der Geschäftsführer des Tönnies-Schlachthofes in Sögel („Weidemark"), Joachim Timmermann, der Diskussion stellt. Die hier maßgeblich von der AbL gestaltete und von der Volkshochschule, der Stadtbibliothek, der Papenburger Kirchengemeinde St. Josef sowie der Buchhandlung Ulenhus getragene Abendveranstaltung (Beginn 19.30 Uhr) führt zur Diskussion um Probleme und Lösungsansätze in der Fleischindustrie in der Volkshochschule Papenburg, Hauptkanal re. 72 den Krimiautor Wolfgang Schorlau zusammen mit

  • Kerstin Lanje als VertreterIn von des katholischen Hilfswerks „Misereor",
  • Jochen Empen und seinen Erfahrungen aus dem Beratungsstellennetzwerk der „Fairen Mobilität",
  • dem Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Milchbauern Ottmar Ilchmann und
  • Joachim Timmermann, dem Geschäftsführer des Weidemark-Schlachthofes in Sögel.

Mit „Sögel" steht dabei auch die Frage im Raum:
Konnten - und ggf. wie weit - die dort zwischen kommunaler Politik und der ansässigen Schachtindustrie getroffenen Verabredungen zu Arbeits- und Wohn-Mindeststandarts (das sog. „Sögeler Modell"; Infos dazu hier) die Lage der dort bei den Subunternehmen beschäftigten „Eimermenschen" wirklich verbessern?

Die Leitung der Diskussion übernimmt auch hier die Journalistin Christina Gerlach. Joachim Timmermann hofft in der Diskussion um die Zukunft seiner Heimatregion, in der auch viele der ihn beliefernden Schweinemastbetriebe arbeiten, ‚wenig geschoren davon zu kommen'.

Mit der Abschlussveranstaltung am 10. 12. in Essen (i.O.; 19 Uhr, Gaststätte „Am Rathaus") kommt die Veranstaltungsreihe zu den unmittelbaren Handlungsorten des Schorlau-Krimis. Unter dem Titel „Entsendet & entrechtet in der Fleischindustrie, Teil II" ist hier die Frage, was seit einer ersten derartigen öffentlichen Veranstaltung in Essen vor rund zwei Jahren wirklich geändert wurde, Die Fragen „Was hat sich seit 2012 verändert? - Was muss geschehen?" wollen die Veranstalter diskutieren und haben dazu neben Spitzen der örtlichen Politik und Verwaltung und der staatlichen „Finanzkontrolle Schwarzarbeit" auch den Geschäftsführer von Danish Crown gewinnen können, dem Betreiber des Essener Schweine-Schlachthofs.

Danish Crown, eine Genossenschaft getragen von in Dänemark produzierenden Schweinemastbetrieben, hat für seine Eigner in Deutschland besonders günstige Verarbeitungs- und Vertriebsbedingungen gefunden und sah sich in der Vergangenheit in der Verantwortung für ein erfolgreiches Wirtschaften und die Politik in der Pflicht, dort Regelungen zu treffen, wo sie Grenzen überschritten sieht. Es diskutieren nach der Lesung mit Wolfgang Schorlau

  • Matthias Brümmer, für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
  • Clemens Große Macke, hier ansässiger Landtagsabgeordneter der CDU
  • Georg Kettmann, der Bürgermeister von Essen
  • Detlef Kolde für die örtliche SPD-Fraktion
  • Mariya Krumova von der in Niedersachsen tätigen Beratungsstelle für mobile Beschäftigte
  • Sten Sönnichsen, der Geschäftsführer von Danish Crown sowie
  • Oliver Westphal vom Hauptzollamt Osnabrück

Diese breite Runde moderiert wiederum die mit der strittigen Materie bestens vertraute Christina Gerlach, der die Veranstalter bereits hier für ihren Einsatz für die Veranstaltungsreihe danken.

Die gesamte Veranstaltungsreihe wird organisiert von

  • den Arbeitnehmerorganisationen Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, dem vom DGB getragenen Beratungsnetzwerk Faire Mobilität und dem gewerkschaftlichen Bildungsverein Arbeit und Leben,
  • der Bauernorganisation Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und
  • der Erwerbslosenorganisation Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg.

Anfragen bitte an Matthias Brümmer (NGG, T. 0441 2488091, Mobile: 0160 4716206), Guido Grüner (ALSO, T. 0441 24 88 038) oder Ottmar Ilchmann (AbL, T. 04967 334, Mobile: 0176/45000760)

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