Internet-Fernsehtipp: Arbeitskräftebeschaffer Atlanco

Das erste irische Fernsehen RTÉ* brachte am Donnerstag Abend (6. 11.) um 21 Uhr einen ausführlichen Bericht zum überall in Europa aktiven Arbeitskräfte-Beschaffer und -Entsender Atlanco. Wundervoll deutlich gezeigt und erklärt wird darin, wie auch in einem umkämpften Markt (vor allem der öffentlichen und industriellen Großaufträge und auch der Fleischindustrie) skrupellose Unternehmer jede Menge Geld machen und wie naiv sich Politiker diesem Thema gegenüber stellen. Der Beitrag (Text englisch) ist noch bis zum 28. 11. online zu sehen. Die rund 30-minütige Reportage beginnt in der 14. Minute der Sendung "Prime Time". Die Wahl der irischen Reporter fiel auf Atlanco, das seinen Firmensitz in Zypern, jedoch seine zentrale Firmen-Verwaltung in Dublin (Rep. Irland) hat. Baustellen des Unternehmens werden quer durch Europa vorgestellt - zusammen mit Berichten, in wie vielen Fällen Atlanco wegen rechtlicher Vergehen vor den Kadi gezogen und verurteilt wurde. Und wenn eine Firma wegen erheblicher Vergehen befleckt ist, gründet man einfach eine neue ohne sich auch nur die Mühe zu gehen, auch nur den Namen spürbar zu ändern.

Für die Debatte um den Kampf um ArbeiterInnenrechte bieten die AutorInnen jede Menge Diskussionsstoff. Ist Atlanco doch seit Jahren tätig und verstößt an verschiedensten Einsatz-Orten wegen Hinterziehung von Löhnen und Sozialbeiträgen und Verstößen gegen das Arbeits- und Sozialversicherungsrecht der Einsatzländer - all das wurde gerichtsaktenkundig. In dieser Reihe finden sich AKW-Baustellen in Frankreich und Finnland genauso wie ein Danish-Crown-Schlachthof In Oldenburg, in vielen Fällen jedoch öffentllche Infrastrukturprojekte wie der Bau oder Betrieb von U-Bahnen und Straßen und ein Brückenprojekt in Norwegen.

Auch der Mär, den migrantischen ArbeiterInnen ginge es doch bei ihrer Arbeit in den west- und nordeuropäischen Ländern so viel besser als in ihren Ursprungsländern, setzt er die Aussagen z. B. ehemaliger polnischer Atlanco-ArbeiterInnen entgegen. Eine ehemalige Personalerin des Atlanco Konzerns (50.000 Mitarbeiter) erläutert und zeigt das System der von Atlanco gepflegten Schwarzen Listen zur Charakterisierung von ArbeiterInnen, ihrer persönlichen Einstellungen, wie auch ihrer Nähe zu Gewerkschaften.

Hier nun der Link zum Beitrag von Frank Shouldice u. a. , wo der hier vorgestellte Beitrag auch heute noch im Netz zu finden ist: http://www.rte.ie/news/primetime/2014/1107/657577-prime-time-thursday-6-11-14/: (siehe dort unter: "The treatment of foreign workers by Irish firms")

* RTÉ.ie is the website of Raidió Teilifís Éireann, Ireland's National Public Service Broadcaster. Die hier verwendeten Bilder entstammen dem hier besprochenen Bericht des RTÉ.

Erstellt am:

Zurück