Im Zweifel gegen die Antragsteller_innen?

Ein Beispiel:
Ein Mensch mit aufstockendem Alg-II-Bezug versäumt erstmals in seinem jahrelangen Ämterleben einen Termin, zu dem ihn der Vermittler für den frühen Morgen eingeladen hatte. Noch am gleichen Tag vor dem Mittag bemerkt er sein Versehen - er war davon ausgegangen, der Termin sei erst am nächsten Tag. Gleich ruft er den Vermittler an, erreicht ihn auch, räumt sein Versehen ein und sagt, er könne gleich kommen, der Tag sei ja noch lang und er könne auch auf eine Lücke im Terminkalender warten. Das ginge nicht, es müsse nun die Sanktion ausgesprochen werden, so lautete die Antwort des Vermittlers. Er hätte es zwar noch nie erlebt, dass sich ein 'Kunde' beim Versäumen eines Termins noch am gleich Tag melde, aber er könne wirklich nichts machen.Bild: Im Zweifel gegen die Antragsteller_innen

Hier irrt der 'Kundenbetreuer':
Die hier anzuwendende Regelung des § 309 Abs. 3 SGB III sagt, dass der allgemeinen Meldepflicht auch genüge getan wird, wenn die Meldung am gleichen Tag nachgeholt wird und der Zweck der Meldung somit erfüllt wird. Dem Betroffenen hätte zumindest die Chance eingeräumt werden müssen noch am gleichen Tag vorzusprechen.

Die Wirklichkeit sah anders aus:
bereits sechs Tage nach dem Versäumnis erhielt der Betroffene den Sanktionsbescheid mit der Leistungskürzung in Höhe von zehn Prozent des Regelsatzes für drei Monate.

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