29. 8. bis 1. 9.: Aktionstage „Wir haben Agrarindustrie satt!" in Wietze/Niedersachsen

Warum beteiligen wir uns als ALSO an Camp und Protesten rund um den Megaschlachthof?

Industrielle Tier- und Nahrungsmittelproduktion bedeutet nicht 'nur' Tierqual und Umweltvergiftung, sondern auch übelste Arbeitsverhältnisse unter arbeitgeberseitig teils mafiösen Strukturen bis hin zum Menschenhandel. Durchgängig wird gearbeitet unter Arbeitsverhältnissen (sog. "Werkverträge") noch weit unter Standards der Leiharbeit (und das für bis zu 90 Prozent der Belegschaften bundesdeutscher Schlachthöfe).

Der Schlachtsektor ist inzwischen Vorbild für die Senkung von Arbeitskosten in sog. Kernbereichen der bundesdeutschen Wirtschaft, z. B. in Organisationsbereichen der IG Metall, wie z. B. bei Mercedes Benz in Untertürkheim oder der Meyer-Groß-Werft für Kreuzfahrtschiffe in Papenburg.

Billigstarbeit in der Nahrungsmittelindustrie ist dann nicht nur Grundlage für die Exporte z. B. von Fleisch und Milchpulver in Bereiche außerhalb der EU und raubt regionalen landwirtschaftlichen Erzeugern z. B. in vielen Ländern Afrikas die Wirtschafts- und Lebensgrundlage.

Billigstarbeit in der Nahrungsindustrie ist darüber hinaus immer Voraussetzung, um die Einkommen aller Werktätigen senken zu können – und dienen zur Rechtfertigung niedrigster Regelsätze für Erwerbslose, Geringverdienende und natürlich alle Menschen, die nicht arbeiten.

Billigstarbeit in hocheffizienten Nachrungsmittelfabriken führt auch zur Konzentration der Nahrungsherstellung an wenigen Orten z. B. in Süd-Oldenburg und macht so Menschen vieler Länder vom Funktionieren und Weiterbetrieb dieser Industrie abhängig.

Die Aktionstage:

• 30. 8., Freitag, Workshoptag und Dico-Soup

• 31. 8., Samstag, Aktions-, Demonstrations- und Umzingelungstag mit Konzert und Disco ab 17 Uhr

Workshop-Programm am 30. 8.:

Thema: "Landwirtschaft & Esskultur – Visionen 2020".

Die Workshops (“Zukunftsschmieden”) finden im Camp in Jeversen statt (siehe Karte).

9:30 Uhr: Vorstellung der Zukunftsschmieden

10 bis 12 Uhr: Zukunftsschmieden I

  - Politik des Essens

  - ABC der Agrarpolitik 

  - Landwirtschaft: Klimaretter/Klimakiller?

  - Menschen, Märkte, Monopole

12 bis 13 Uhr: Mittagspause

13 bis 16 Uhr: Zukunftsschmieden II

  - Wer ernährt die Stadt uns morgen?

  - Gutes Essen für Alle!

  - Fleisch in Massen, Fleisch in Maßen

  - Praktische Ansätze
  - Gute Ernährung: Common, ökologisch, fair*

(*das ist der Workshop unter Beteiligung von AbL, ALSO und confédération paysanne, mehr dazu im Extrabericht)

[hier das ausführliche Wietze-Workshop-Programm in der Übersicht zum Ausdruck, PDF, 140 kb]

Vorläufiges Programm für Samstag, 31. 8. ‘13

13 Uhr: Kundgebung & Demonstration zum Schlachthof Wietze, Droschkenplatz Wietze

15 Uhr: Menschenkette um den Schlachthof

17 Uhr: Konzert mit Ratatöska und Dreimalich, Droschkenplatz Wietze
(Im Netz mehr zum ratatoeska-Konzert)
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