18. 1. '14, Berlin: Demo "Wir haben Agrarindustrie satt!"

Wettbewerbsfähigkeit und Exportgewinne beinahe um jeden Preis, das sind die Entscheidungskriterien inzwischen auch bei der Lebensmittelerzeugung.

Die Folge sind:

  • unwürdige Arbeits- und Lebensverhältnisse der ArbeiterInnen, Kleinselbständigen (z. B. Bäcker und Fleischer) und BäuerInnen,
  • Vernutzung natürlicher Ressourcen wie Böden und Wasser, vom Trinkwasser bis zu den Weltmeeren,
  • Artensterben und das Tierleid in den Fleischfabriken – und ein Lebensmittelskandal jagt den nächsten.

Die marktbeherrschenden Lebensmittelkonzerne und die chemische und die Saatgutindustrie sind die tatsächlichen Gewinner dieser Wirtschaftsweise – und alle Industrien, deren Billigstarbeiter nur noch mit Hilfe von Billigstprodukten ihr Lebensbedürfnisse decken können.

Das Elend 10.000er migrantischer Arbeiterinnen und Arbeiter auch in der Bundesrepublik, deren oft monatelang unbezahlte Arbeit, für viele Menschen unvorstellbare Zustände in den Massenunterkünften, reale Stundenlöhne bei zwei bis fünf Euro, wenig oder fehlender gewerkschaftlicher oder sozial- und arbeitsrechtlicher Schutz, sind Bausteine des Erfolgs des "Wirtschaftsmodells Deutschland".

Rundum finden wir hier eine organisierte Verantwortungslosigkeit: niemand ist "Schuld" am Elend der Menschen, an Tierleid und Umweltzerstörung. Die Akteure der Marktwirtschaft 'nutzen nur' die von der Politik eröffneten Handlungsfelder.

Dass dabei eine gute und ausreichende Nahrung für alle überhaupt nicht in Sicht ist, obwohl die Agrarindustrie diese seit Jahrzehnten verspricht, verwundert nicht.

Wir fordern Ernährungssicherheit in Qualität und Umfang für alle.

Wir fordern Ernährungssicherheit in Qualität und Umfang für alle.

Alle müssen ein gesundes Essen bezahlen können und das zu für alle fairen Preisen. Fairness heißt: Jeder Mensch muss sich eine Ernährung zu Preisen leisten können, die den Erzeugern der Nahrung Perspektiven für ein verantwortbares Wirtschaften sichern und gute Einkommen ermöglicht:

  • Die Geldbeträge von Hartz IV und Sozialhilfe müssen allein schon für den Bereich der Ernährung um monatlich 100,- Euro angehoben werden.
  • Wir fordern flächendeckend öffentliche Kantinen, in Schulen und Hochschulen, Kindertagesstätten und in jedem Stadtteil und Gewebegebiet, in denen schmackhafte und gesunde Speisen aus regionalem, fairem Anbau angeboten werden.
  • Der Mindestlohn muss den Erfordernissen eines nachhaltigen Lebens genügen statt den Bedürfnissen der Wettbewerbs- und Exportindustrie zu folgen.

Die ALSO ruft daher, mit vielen anderen, zur Wir haben es satt!-Demo am 18. Januar in Berlin auf und unterstützt deren Forderungen.

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