Hartz IV: Keine Wohnvorsorge für Neugeborene?

Grünes Licht für neue Wohnung

 

Natürlich könne auch schon drei Monate vor dem erwarteten Geburtstermin eine Wohnung angemietet werden, die für die Mutter und das dann geborene Kind ausreichend Platz bietet. Eine anderslautende Auskunft am Jobcentereingangsbereich sei falsch.
So lautete die Auskunft, die eine junge und erstmals schwangere Frau im zweiten Anlauf, nämlich bei der Alg-II-Antragsabgabe, vom Jobcenter erhielt.

Wir wissen nun in der ALSO nicht, was die generelle Linie des Oldenburger Jobcenters für ihre Unterstützung von Menschen in derartigen Lebenslagen ist. Eines ist jedoch klar: Wenn eine Frau bisher allein in einer kleinen Wohnung (unter 50 qm) gelebt hat und die Geburt in den nächsten Monaten absehbar ist, muss sie sich auf den Moment vorbereiten, wo sie nach der Geburt mit Kind nach Hause kommt. Bis dahin muss eine geeignete Wohnung gefunden sein, dann müssen alle Vorbereitung getroffen und eine geeignete Einrichtung vorhanden sein: Wickelkommmode, Wiege/Bettchen, Wäsche, Wanne, Schrank und so weiter. Das kann sie nicht erst heranschaffen, wenn das Kind bereits da ist.

Doch immer wieder - und leider seit langen Jahren - hören wir davon, das Schwangere vom Jobcenter oder dem Sozialamt zu hören bekommen, vor der Geburt gäbe es Leistungen nicht, die man erst brauche, wenn das Kind da ist, denn man wisse ja nie, was bis dahin noch alles geschieht

stillsiertes Flugzeug als Bild der Kinderseite des Bundesfamilienministeriums ministeriumWährend das Bundesfamilienministerium anlässlich seiner Kinderseite mit einem stilisierten Flugzeug das Bild vom dynamischen Kinderland Deutschland zeichnen will (Bild rechts), steuern derartige Leistungspraktiken von Sozial- und Jobämtern direkt in die Bruchlandung.

Während privates Fernsehen und auch die Spitze der Bundesagentur für Arbeit immer wieder ein Bild einkommensarmer Eltern zeichnen, wonach diese sich nicht für das Wohlergehen ihrer Kinder einsetzen würden, treffen wir durchweg engagierte Eltern, auch wenn sie nur wenig Geld haben.

Bild mit dem Schriftzug der Kampagne AufRecht bestehenVon Jobcenter und Sozialamt erwarten wir auch an dieser Stelle eine Kultur des Willkommens, der Hilfsbereitschaft und freundlichen Aufnahme der Anliegen von Ratsuchenden. Denn eine faire und freundliche Aufnahme und eine umfassende Information über die zustehenden Hilfen ist das Mindeste was Hilfeberechtigte im Rechtsstaat* erwarten dürfen. So lange oder falls das dort nicht selbstverständlich ist, raten wir allen: AufRecht bestehen

Fragt auch in der ALSO nach. Wir unterstützen Euch gern.

 

* Dies stellt im übrigen auch das Bundesverfassungsgericht in mehreren Entscheidungen seit den 70er Jahren des zurück liegenden Jahrhunderts fest.

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