21. 10.: Brandanschlag auf Kulturzentrum »MaroKher«

Solidarität mit dem Freundeskreis der Sinti und Roma in Oldenburg!

Das ALSO-Plenum ist erschrocken und empört über den Anschlag auf das junge Kulturzentrum des Freundeskreises »MaroKher« (= Unser Haus) und wünscht allen, die dieses Kultur-Zentrum bisher aufgebaut, unterstützt und genutzt haben viel Kraft, Mut und Unterstützung für ihre weitere und unverzichtbare Arbeit.

In der Nacht zu Montag (21. 10. 2013) wurde ein Brandanschlag auf das Zentrum des Freundeskreises der Sinti und Roma in der Münnichstrasse in Kreyenbrück verübt. Der oder die TäterInnen hatten eine Fußmatte an der Eingangstür entzündet. Glücklicherweise erlosch das Feuer von alleine und beschädigte so lediglich die Eingangstür des Zentrums. Der Anschlag zeigt: Für Sinti und Roma gibt es immer noch kein selbstverständliches Leben in der Bundesrepublik. Sie werden diskriminiert, ihre Kinder benachteiligt, ihre Kultur geleugnet, verächtlich gemacht und angegriffen. Die Schuld und die Verbrechen, die im deutschen Namen gegen Menschen verübt wurden, die den Sinti und Roma zugerechnet wurden und werden, werden verharmlost, dem Vergessen Preis gegeben oder gleich ganz geleugnet.

Um so mutiger und unverzichtbarer ist das Projekt eines Kultur-Zentrums des Freundeskreises der Sinti und Roma, das ihren Interessen, ihrer Gemeinschaft und Kultur einen öffentlichen Ort im Leben dieser Stadt gibt. Dass es auch im Jahr 2013 noch besonderen Mut braucht, ein derartiges Projekt in Deutschland zu errichten, ist eine bittere Wahrheit. Das machen die Anschläge auf das »MaroKher« in den letzten Wochen überdeutlich. Diffamierende Äußerungen bundesdeutscher Spitzenpolitiker gegen Sinti oder Roma in den vergangen Monaten schürten bei einigen von uns bereits Sorgen in dieser Richtung.

Liebe Mitglieder des Freundeskreises:

Macht weiter! Ihr seid nicht allein!

Auch wir brauchen Euch und danken Euch für Eure Initiativen!

ALSO Plenum

Hier nun die Presseerklärung des Vereins:

»In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde das Kulturzentrum Opfer eines Brandanschlags. Der Versuch, das Gebäude ab zu brennen, scheiterte. Nach Ermittlungen der Polizei war die Fußmatte an der Eingangstür mit Brandbeschleuniger (möglicherweise Benzin) übergossen und dann angezündet worden. Unser Nachbar, der Konditor, alarmierte die Feuerwehr gegen 2 Uhr. Beim Eintreffen der Löschfahrzeuge war der Brand zwar bereits erloschen, aber durch die Hitze zerbarst die erste Scheibe der Doppelglastür. Nicht auszudenken, was hätte passieren können. Das war der zweite Angriff innerhalb von einer Woche. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde das Gebäude mit Eiern, Mehl und Milch beworfen. Das der Angriff einen rassistischen Hintergrund hat, bleibt nicht auszuschließen. Bekannte Neonazis wohnen in unmittelbarer Nähe. Außerdem hat vor einigen Tagen eine männliche Person Drohungen ausgesprochen.

Viele unserer Mitglieder trafen sich morgens im Zentrum, nachdem erst durch ein in der Nähe wohnendes Vereinsmitglied die schwarze „Türhöhle“ beim Vorbeifahren entdeckt wurde. Die Polizei oder Feuerwehr hatte niemanden informiert. Betroffenheit und verständliche Wut waren die geäußerten Gefühle der Anwesenden. Erst fühlten wir uns alleingelassen, doch durch ein Rundmail und Telefonanrufe bei Freund_innen und Zeitungsredakteur_innen kamen Reaktionen. Zwei Journalist_innen vom Lokalsender O1 waren die ersten, deren Mitfühlen ein gewisser „Trost“ war. Im Laufe des Tages solidarisierten sich Menschen per Mail und Telefon mit uns und Besucher_innen auch von Zeitungen informierten sich.«

Letzte Meldung:

Der Verein “Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg e. V.” sammelt nun Geld, um das Kulturzentrum mit einer Alarmanlage absichern zu können und bittet um Spenden auf das Vereinskonto:
Volksbank Huntlosen, Kt. 28 988 400, BLZ 280 690 92.

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