Was ist die quer?
Seit fast 25 Jahren erscheint die
einzige bundesweite Arbeitslosenzeitung quer. Die Zeitschrift ist zu
beziehen im Abonnement, über gute Arbeitslosenzentren, Buchhandlungen
und einige Bibliotheken sowie in Köln und Berlin im Straßenverkauf des Vereins
„querköpfe“.
Ergänzende Materialien zu den einzelnen Ausgaben
finden sich im Download-Bereich.
quer ist ein unabhängiges Blatt,
das weder von Parteien, Gewerkschaften und Kirchen noch von
Wohlfahrtsverbänden getragen wird. Allerdings wurde - lang, lang ist's
her - die quer in den Anfangsjahren öffentlich, also von Arbeitsamt und
Kommune, gefördert. Diese Förderung wurde irgendwann ersatzlos
gestrichen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn sicher hatte diese
Entscheidung rein gar nichts mit ämterkritischer Berichterstattung zu
tun.
quer ernährt sich also von Abonnentengeldern,
kleineren
Spenden und ganz ganz wenigen bezahlten Anzeigen. Davon kann vieles
Notwendige oder Wünschenswerte leider nicht bezahlt werden. Auf der
Strecke bleibt z.B. die Werbung für die Zeitung, auch Extras wie
Mehrfarbdruck usw. brauchen wir gar nicht erst in Angriff zu nehmen -
von der Bezahlung redaktioneller Mitarbeit gar nicht zu reden.
Die
redaktionelle Arbeit wird seit einigen Jahren von
(selbst-)organisierten politischen Zusammenhängen Erwerbsloser aus
Oldenburg gemacht. Wer mitmachen will, melde sich bitte bei uns oder
der ALSO.
Die Redaktion freut sich über Angebote zu Artikeln.
Grundkonsens für unsere Zeitungsarbeit ist die
unbedingte Parteilichkeit für Erwerbslose und Arme - und zwar gleich
welcher Nationalität.
Durch
Themenwahl und Art der Berichterstattung setzt sich quer mit den
rastlos umgetriebenen Globalisierungsgespenstern ebenso auseinander wie
mit nationalistischer Standortlogik und begreift stattdessen
Massenerwerbslosigkeit und Armut nach wie vor als Teil des alltäglichen
kapitalistischen Normalvollzugs.
quer will Erwerbslosigkeit weder
auf "individuelles menschliches Versagen" noch auf Konzepte reduziert
wissen, die mehr oder weniger offen "Arbeit um jeden Preis" bis hin zu
Zwangsarbeitsszenarien favorisieren.
Diese Sichtweise bringt in
schöner Regelmäßigkeit Konflikte - auch mit den Funktionären formal
"wohlmeinender" Organisationen und Parteien, die Erwerbslose
bestenfalls ein wenig besser verwaltet bzw. "betreut" sehen wollen -
sei es, um das eigene Klientel zu "retten", zu beruhigen und letztlich
bei der Stange zu halten, sei es, um sich als koalitions- und
regierungsfähig (pardon, auf neudeutsch heißt das jetzt "modern",
"reform-" oder auch "zukunftsfähig") zu erweisen.
Gleichzeitig
soll quer einen möglichst hohen Nutzwert für ihre Leserinnen haben. Sie
dient als "Fachblatt" für engagierte und selbstbewußte Erwerbslose bzw.
Beratungsstellen; so informiert sie fortlaufend über die
sozialrechtliche Gesetzgebungsflut und deren Konsequenzen und gibt
entsprechend Tipps über verbliebene Spielräume, z.B. an welchen Punkten
Widersprüche gegen Amtsentscheidungen Erfolg versprechend sind etc..
Erwerbslosigkeit soll also nicht verstanden werden als tabuisierter
Lebensabschnitt, mit dem mensch sich am besten gar nicht bewusst
auseinandersetzt bzw. dem man schleunigst - und selbst um den Preis
nichtexistenzsichernder Arbeits- und Entlohnungsbedingungen - wieder
entkommen muß.
Dagegen setzt quer auf die
(Selbst)-Organisationsansätze von Erwerbslosen, versucht, Kontakte zu
vermitteln und berichtet über bzw. beteiligt sich an politischen
Kampagnen wie z.B. den Erwerbslosenprotesten des Jahres 1998, der
Kampagne gegen die Nichtanrechnung von Kindergeld auf die Sozialhilfe,
die Offenlegung und Überwindung von Armut und
Sozialleistungsverhinderungssystemen wie ‚Hartz IV’, die Förderung von
Ämtertagen und Begleitangeboten für Erwerbslose oder Aktivitäten gegen
die miserable Behandlung von Flüchtlingen und MigrantInnen.
Und
wir unterstützen Positionen, die statt "mehr Arbeit", "mehr
Wirtschaftswachstum" und "mehr Konsum" eine gesellschaftlich gerechte
Verteilung von Arbeit und Einkommen, radikale Arbeitszeitverkürzung,
und nicht zuletzt eine vernünftige und menschenwürdige Absicherung von
Erwerbslosen und Beschäftigten fordern - und zwar nicht nur in der
Bundesrepublik.
|